Wie Klimaschutz sozialverträglich geht

CO2-Steuern und Vergütungen für Grünstrom belasten ärmere Menschen oft überproportional. Das lässt sich verhindern, zeigt eine Metastudie.

Nach Durchsicht des Klimapakets, das die Bundesregierung vergangenes Jahr beschloss, kam das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin zu einem klaren Urteil: Es bürdet den Geringverdienern jährliche Zusatzkosten von mehr als einem Prozent ihres Nettoeinkommens auf; das wohlhabende obere Zehntel der Bevölkerung wird dagegen nur mit durchschnittlich 0,4 Prozent belastet. Zahlen die Ärmsten weltweit also den höchsten Preis, um die Erderwärmung zu stoppen?

Montage einer Dämmmatte
Mantel fürs Gebäude: Dämmen gegen den Klimakollaps Quelle: Rockwool

Das muss nicht sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Metastudie, die das Berliner Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) geleitet hat. Mit den richtigen politischen Maßnahmen lasse sich die Schieflage vermeiden. „Schlecht konzipierte Klimapolitik, die soziale Probleme verschärft, ist ein Geschenk für die Kohle- und Ölindustrie“, kritisiert MCC-Forscher William Lamb. Ein Beispiel für eine Abfederung sei das „Warm-Front-Programm“ der britischen Regierung. Es hilft Geringverdienern bei der Finanzierung einer effektiven Heizung oder der Wärmedämmung ihrer Häuser. Mehr: MCC