Wärme aus der Tiefe

Die Nutzung der Erdwärme steckt erst in den Anfängen. Ein Digital-Kongress soll dazu beitragen, die vernachlässigte Energiequelle aus der Nische zu holen.

Erdwärmebohrung in Süddeutschland (Foto: Oliver Brunner/Pixelio)

Noch liefert die Geothermie in Deutschland nur ein Prozent des Gesamtenergieverbrauches. Das Potential ist dagegen fast unerschöpflich. Es entspricht dem 300fachen der gesamten Wärmenachfrage in Deutschland. Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Schirmherr des Geothermietreffens ist daher der Meinung, dass die Nutzung der Erdwärme für die Wärmeversorgung künftig „ein strategischer Baustein“ sein müsse, ganz gleich, ob es sich um die oberflächennahe, mitteltiefe oder tiefe Geothermie handele.

In der aktuellen Diskussion um alternative Energien steht jedoch nach wie vor die Stromerzeugung durch Windkraft und Photovoltaik im Mittelpunkt. Tatsächlich macht der Konsum von Elektrizität nur rund 20 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland aus. Auf den Wärmebedarf für Gebäudeklimatisierung entfallen dagegen etwa 50 Prozent. Die restliche Energie wird vom Verkehr verbraucht. „Eine kluge Energiewende ist weniger auf Strom fokussiert und adressiert auch eine Wärmewende“, sagt Lamia Messari-Becker dazu. Die Professorin für Bauphysik an der Universität Siegen hält auf dem Kongress einen Vortrag über die Energiewende im Bausektor.

Der Kongress, der vom 9. bis 13. November stattfindet, befasst sich ebenso mit dem Umbau der Wärmenetze zu weitgehend CO2-freien Systemen, die nach Meinung der Veranstalter ohne die Nutzung von Geothermie kaum möglich sei.

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