Kälte für lau

Trinkwasser aus historischen Bergwerksstollen kühlt in Tirol Büros und Wohnungen. Der Energieaufwand dafür ist minimal.

Die Tiroler Bergquellen liefern reichlich kühles Trinkwasser
Wasser satt: Kühles Nass für die Gebäudeklimatisierung gibt es in Tirol im Überfluss (Rainer Heidemeier/Pixelio)

Der Energie- und Wasserversorger Hall AG nutzt das bestehende Trinkwassersystem für die Kühlung von Gebäuden. Aus den wasserführenden Stollen rund um die Tiroler Stadt Hall sprudelt mehr kaltes Trinkwasser, als die Stadt braucht. Das Überangebot soll künftig dazu dienen, heiße Sommer erträglich zu machen. Das System ist einfach. Das Wasser aus den Stollen der einstigen Salzbergwerke ist auch im Sommer nur neun Grad warm. Eine eigenes Rohrsystem wie in anderen Städten mit Fernkälte ist nicht nötig. Die Haller nutzen statt dessen die bestehende Trinkwasserleitung. Bis zu 300 Gebäude örtlicher Durchschnittsgröße können durch dieses System gekühlt werden.

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Unschlagbar ist der geringe Energieverbrauch des Haller Systems. Es verbraucht 90 Prozent weniger Energie als herkömmlichen Anlagen. Schön für die Haller Bürger: Die Einnahmen aus dem Kühlgeschäft will der Versorger nutzen, um die Trinkwasserpreise auf gewohntem Niveau zu halten.

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