KI nimmt Dunkelflauten ihren Schrecken

Ein Forschungsprojekt untersucht, wie künstliche Intelligenz Netzausfälle verhindert.

Strommasten - KI nimmt Dunkelflauten ihren Schrecken
Bei Dunkelflauten droht Überlastung des Netzes (Rainer Sturm/Pixelio)

Das über drei Jahre geplante Verbundvorhaben soll vor allem Lösungen für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung durch erneuerbaren Energien entwickeln. Intelligente Netze könnten dazu einen wichtigen Beitrag leisten, ist die Einschätzung von Martin Flasskamp, Koordinator des Projektes an der Universität Bielefeld. Weitere Projektbeteiligte sind die Fachhochschule Bielefeld, der Gütersloher Haustechnik-Hersteller Westaflex und die Stadtwerken Bielefeld. Kernbegriff des Forschungsvorhabens ist der sogenannte nicht kalkulierbare Strom. Darunter fallen vor allem Einspeisungen, deren Volumina im Vorhinein schwer zu bestimmen sind, wie Solar- und Windstrom.

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Steuerbar ist aber ein Teil des Verbrauchs. „Wenn mehrere Personen ihr Elektrofahrzeug an einem Niederspannungsstrang laden, ergibt sich eine hohe Auslastung. Netzausfälle sind dann nicht mehr unrealistisch“, sagt Flasskamp. Elektrofahrzeuge könnten aber auch langsamer aufgeladen werden, wenn sie zum Beispiel erst am nächsten Morgen einsatzbereit sein sollen. Um die Komponenten des elektrischen Netzes zu steuern und aufeinander abzustimmen, arbeiten die Forschenden an einem KI-System, das den aktuellen Zustand des lokalen Stromnetzes abschätzt und zeitflexible Verbraucher wie Waschmaschinen, Autobatterien oder Trockner steuert.

Das Projekt KI-Grid startete im Januar. Inzwischen ist es so weit gediehen, dass sich die Beteiligten gut vorstellen können, mit den erarbeiteten Algorithmen und Methoden ein Unternehmen auszugründen.

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