Zoff bei den Grünen
Junge rebellieren gegen das Establishment

Bei der Festlegung des künftigen Wirtschaftskurses geht die Jugend der Grünen auf Konfrontationskurs zur Parteispitze. Anders als Baerbock und Habeck will sie weg vom Zwang zu Wachstum und Profitmaximierung.

„Wirtschaftswachstum ist nicht per se das Problem, der damit einhergehende Verbrauch natürlicher Ressourcen schon“, heißt es im Entwurf zum neuen Grundsatzprogramm der Grünen, das diese am kommenden Wochenende auf einem virtuellen Parteitag beschließen wollen. Das sieht der Grüne-Jugend-Co-Vorsitzende Georg Kurz ganz anders und fordert die Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck auf, die Passage zu streichen. Mit der bisherigen Logik des Wirtschaftens ließen sich weder die steigende Ungleichheit noch die Zerstörung der Lebensgrundlagen aufhalten, kritisiert Kurz. „Wachstumszwang und Profitmaximierung sind keine Antwort auf diese Krisen, sondern ihre Ursachen.“

Grüne Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck
Grüne Parteispitze Baerbock (l.), Habeck Feuer vom Nachwuchs Foto: Dominik Butzmann

Auch in weiteren zentralen Politikfeldern liegt der Nachwuchs mit der Führung über Kreuz. So wollen die Junggrünen das Grundrecht auf Bildung von deren ökonomischer Verwertbarkeit trennen. Und sie fordern, die Sicheheitsbehörden stärker zu kontrollieren und ihre Befugnisse zu begrenzen. Baerbock und Habeck hingegen sehen die Polizei als Garanten der inneren Sicherheit. Damit ist reichlich Konfliktstoff fürs Wochenende gegeben. Mehr: wallstreet-online