Nahrungsmittel
Bienen steigern das Bruttosozialprodukt

Insekten bestäuben Obstbäume, Feldfrüchte und Blüten, ohne dem Menschen dafür eine Rechnung zu stellen. Der ökonomische Nutzen ihrer Fleißarbeit ist nach einer neuen Schätzung weit höher als bisher angenommen.

Eine Biene bestäubt eine Blüte
Bestäubung einer Blüte Sterben die Bienen, drohen massive Ernteverluste Foto: Manuel Narjes/Uni Hohenheim

Unsere Welt sähe ziemlich anders aus, würden nicht täglich Milliarden und Abermilliarden tierische Helfer Pollen von einer Blüte zur anderen tragen und diese auf diese Weise befruchten. Nach neuen Berechnungen von Wissenschaftlern der Universität Hohenheim trägt ihre kostenlose Dienstleistung jährlich umgerechnet rund 843 Milliarden Euro zur weltweiten Wirtschaftsleistung bei; für Deutschland kommen die Forscher auf 3,8 Milliarden Euro. Die Erträge bei Äpfel und Kirschen hängen zum Beispiel zu 65 Prozent von der Bestäubung durch Insekten ab.

Die Konsequenz daraus: Geht das Insektensterben im gegenwärtigen Tempo weiter, drohen den Landwirten massive Ernteausfälle und die Verbraucher müssten sich auf steigende Preise einstellen, weil das Angebot knapp wird. Der wirtschaftliche Schaden wäre nicht unbeträchtlich. Hinzu kämen schwerwiegende ökologische Folgen, wie der Verlust an Artenvielfalt. „Die Schätzungen können das Bewusstsein für die Bedeutung intakter Ökosysteme schärfen,“ hofft Manuel Narjes, einer der Autoren der Studie. Mehr: ScienceDirect , idw