Himmlische Energie
Pläne für Solarkraftwerke im All

Die britische Regierung will’s wissen: Experten sollen prüfen, ob riesige, die Erde umkreisende Sonnensegel im Weltraum das Land mit sauberem Strom versorgen können. Wie realistisch ist die Idee?

Computeranimation Sonnensegel im All
Vision vom Solarkraftwerk im All Sauberer Strom rund um die Uhr Foto: WikiImages on Pixabay

Die Vision ist nicht neu: Schon 1941 fabulierte der Science-Fiction-Autor Isaac Asimov in der Kurzgeschichte „Reason“ davon. Und tatsächlich: Ingenieure haben längst nachgewiesen, dass die Technik – zumindest theoretisch – funktionieren könnte. Die von gigantischen Solarspiegeln erzeugte Elektrizität würde, umgewandelt in Mikrowellen, an Empfangsstationen auf der Erde gebeamt und dort in Strom zurückverwandelt. Anders als ihre irdischen Fotovoltaik-Pendants produzierten die Himmelskraftwerke rund um die Uhr genau berechenbare Mengen. Doch bisher standen enorm hohe Baukosten einer Realisierung im Wege.

Ermutigt von sinkenden Transportpreisen will das Kabinett von Premierminister Boris Johnson der Technologie eine neue Chance geben. Sie hat die Weltraumexperten der Beratung Frazer-Nash beauftragt zu prüfen, wie realistisch eine solches Projekt unter heutigen Bedingungen wäre. Deren Manager Martin Soltau glaubt an die Idee. „Die Dekarbonisierung unserer Wirtschaft ist überlebenswichtig.“ Die Beratung erarbeitet Pläne, nach denen ein erstes Solarkraftwerk 2050 die Erde umkreisen könnte. Mehr: New Atlas