Meereskraftwerke
EU-Kommission setzt auf Wind und Wellen

Offshore-Windparks, schwimmende Solarstrom-Anlagen, Tidenhub- und Wellenkraftwerke – die EU-Spitze entdeckt das Meer als unerschöpfliche Quelle für die Versorgung Europas mit sauberer Elektrizität. Warum Naturschützer Vorbehalte haben.

In Reih und Glied - Windräder auf hoher See
In Reih und Glied EU plant massiven Ausbau der Windparks auf hoher See Foto: Pixabay

Für EU-Kommissions-Vize Frans Timmermans ist klar: Um die angepeilte Klimaneutralität zu erreichen, muss Europa massiv in die Energiegewinnung vor seinen Küsten investieren. 800 Milliarden Euro sollen bis 2050 allein in die Windkraft fließen, die Kapazität von heute 12 000 auf 300 000 Megawatt (MW) steigen. Das entspräche der Leistung von mehreren Hundert Kohlekraftwerksblöcken. Auch die Nutzung von neuartigen Wellen- und Tidenhubkraftwerken will Timmermanns fördern. Solche Anlagen wandeln die Bewegungsenergie der Meere über Turbinen und Generatoren in Elektrizität um. Sie sollen weitere 40 000 MW zur Europas Energieversorgung beitragen.

Den Grünen im Europaparlament gehen die Ausbaupläne einerseits nicht weitgehend genug. Anderseits kritisieren sie, dass Meeresschutz und Erhalt der Artenvielfalt viel zu kurz kämen. Das findet Zustimmung beim Naturschutzbund Nabu, der sich um das Wohl von Delfinen, Fischen und Zugvögeln sorgt. Timmermanns hält die Bedenken für übertrieben und verweist darauf, dass für die Umsetzung der Offshore-Strategie nicht mehr als drei Prozent der europäischen Meeresflächen gebraucht würden. Mehr: Merkur