Umweltverschmutzung
Auf allen Gipfeln liegt Mikroplastik

Die Ozeane sind schon verseucht damit. Jetzt fand ein Expedition auch im ewigen Eis des höchsten Bergs der Welt, dem Mount Everest, die winzigen Kunststoffpartikel. Vermutlich hat der Wind sie aus weit entfernten Regionen dort hingeblasen.

Von wegen unberührte Natur Mikroplastik im ewigen Eis des Mount Everest
Foto. Eknbg on Pixabay

Am tiefsten Punkt der Meere, im pazifischen Marianengraben, wurden es schon nachgewiesen: Mikroplastik. Jetzt spürte ein Trupp Wissenschaftler unter Leitung der englischen Universität Plymouth sie auch in der Todeszone knapp unterhalb des Gipfels des Mount Everest auf. Damit ist traurige Gewissheit: Der Mensch hat es geschafft den gesamten Planeten mit seinem Abfall zu belasten. Unberührte Natur – das war einmal.

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Am Everest fanden die Forscher die winzigen Fasern, die sich bilden, wenn größere Kunststoffteile zerfallen, in allen elf Proben, die sie von 5300 bis 8440 Meter Höhe genommen haben. Die höchste Konzentration maßen sie rund um das Basislager, in dem sich Bergsteiger auf den Aufstieg zum Gipfel vorbereiten. Ein großer Teil der Fasern, vermuten die Wissenschaftler, stammt von Zelten, Kleidung und Seilen der Kletterer. Aber auch Winde dürften Mikroplastik in die abgeschiedene Bergwelt geweht haben. Plymouth-Expeditionsleiter Imogen Napper äußert sich schockiert: „Ich dachte, die Region wäre noch unberührt. Zu wissen, dass die Umweltverschmutzung dorthin vorgedrungen ist, ist ein echter Augenöffner.“ Mehr: Guardian Science News