Pflanze tarnt sich vor dem Menschen

Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Entwicklung des Lebens in der Natur durch genetische Veränderungen voranschreitet. Was sich am Ende durchsetzt, bestimmt das Prinzip Fressen und Gefressenwerden. Doch das stimmt offenbar nicht ganz.

Amerikanische Variante der hiesigen Sachblume – ihr asiatischer Ableger Fritillaria delavayi versteckt sich vor den Menschen, die es auf ihre Zwiebeln abgesehen haben (Foto: Stan Shebs)

Die Fritillaria delavayi ist begehrt in China. Die Zwiebel, aus der die asiatische Variante der hiesigen Sachblume erblüht, wird seit Jahrtausenden in der chinesischen Medizin verwendet und bringt den Sammlern viel Geld. Nun haben Wissenschaftler der Chinesischen Akadamie der Wissenschaften etwas Erstaunliches herausgefunden. Die im Himalaya verbreitete Pflanze gibt es dort nämlich vermehrt nicht nur in leuchtendem Gelb sondern auch in Steingrau, das sie weniger leicht auffindbar macht.

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Für die Forscher ist dies ein Zeichen, dass – ausgelöst durch genetische Veränderungen – nicht nur Tiere und Planzen die Entwicklung des Lebens in der Natur vorantreiben, und zwar indem sie gegeneinander kämpfen. Das nennt man Selektion. Ganz offenkundig ist auch der Mensch ein Akteur der Selektion und damit der Evolution, der darüber entscheidet, welche Art eines Lebewesens überlebt oder untergeht.

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