Lithium
Alte Bergwerke werden „Goldgruben“

Ein Saarbrücker Professor will Grubenwasser aus stillgelegten Kohleminen als Rohstoff zur Gewinnung von Lithium nutzen. Das rare Material ist für die Herstellung moderner Akkus unumgänglich.

Kohlemine an der Saar: Nachhaltiges Lithium aus toten Schächten (Joerg Trampert/Pixelio)

Ein Großteil des Leichtmetalls stammt bislang aus chilenischen und bolivianischen Salzseen. Ein bis zwei Prozent kommen aus Europa. Wegen des ökologischen und sozialen Raubbaus vor Ort geraten die Montankonzerne immer wieder in die Kritik. Die Nutzung deutschen Grubenwassers wäre daher ein Beitrag zum Umweltschutz und zur Versorgungssicherheit.

Stollen und Schächte von aktiven wie stillgelegten Bergwerken müssen ständig entwässert werden. Beim Absickern in die Tiefe reichert sich das Wasser in den Gesteinsschichten mit Schadstoffen, aber auch mit raren Elementen wie Strontium, Barium oder Lithium an. Allein in Deutschland gehen so schätzungsweise Jahr für Jahr 1900 Tonnen Lithium verloren und werden über Flüsse abgeführt. Grubenwasser, so die Überlegung von Volker Presser, Forscher am Leibnitz-Institut für Neue Materialien in Saarbrücken, ist daher nicht nur als Problem zu sehen, „sondern als Ewigkeitschance“.

In einem zwei Jahre dauernden Projekt namens Merlin, das von der RAG-Stiftung unterstützt wird, will der Forscher die Möglichkeiten der Nutzung von lithiumhaltigen Grubenwasser ausloten.

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