Autoindustrie
Plötzlich geht’s. Kriegt Deutschland die Kurve beim Umstieg auf Elektromobilität?

Die Zeichen mehren sich, dass die stolze Automobilnation gerade noch rechtzeitig den Anschluss ans neue E-Zeitalter schafft. Jüngstes Signal: Ford baut sein erstes reines Elektroauto offenbar in Köln. Gut für Arbeitsplätze, Wirtschaft – und die Umwelt.

elektrische Beladung eines Ford-Focus
Ford-Focus-E an einer Ladestation Der erste reine Stromer kommt offenbar aus Köln Foto: Ford

Rund eine Milliarde Euro will der US-Autobauer Medienberichten zufolge am Rhein investieren. Um zügig auf den Markt kommen zu können, soll das Modell auf Basis einer bewährten Plattform von Volkswagen entstehen. Beide Konzerne vereinbarten im Juni dieses Jahres eine Kooperation. Die Produktion könnte 2023 starten; in den ersten sechs Jahren werde der Bau von mehr als 600 000 Fahrzeugen angepeilt, heißt es.

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Die Neuigkeit aus Köln reiht sich ein in einen ganzen Schwall an Meldungen aus jüngster Zeit. Sie alle deuten darauf hin, dass der Umbau der für Deutschlands Industriestärke so entscheidenden Autoindustrie endlich Fahrt aufnimmt. Ran an die E-Mobilität, Tschüss Diesel und Benziner, lautet die neue Parole. So gab BMW Mitte November bekannt, den Bau von Verbrennermotoren aus Deutschland abzuziehen und am Stammsitz in München eine Fabrik für ein reines E-Modell zu errichten. Fast zeitgleich bestätigte der chinesische Hersteller SVolt, im Saarland in großem Stil Batterien fertigen zu wollen. Und erst vor wenigen Tagen meldete der japanisch-italienische Zulieferer Marelli, auf dem Kölner Ford-Gelände von nächstem Jahr an E-Antriebe zu produzieren.

Fast wie ein Magnet zieht das Land im Herzen Europas derzeit E-Auto-Pioniere aus aller Welt an. Gewiss kein Zufall. Selbst ein Visionär wie Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk weiß zu schätzen, welch geballte Expertise in Sachen Automobiltechnologie hier zu Lande anzutreffen ist, sei es an Hochschulen, in Forschungseinrichtungen oder bei Zulieferunternehmen. Hinzu kommt ein über Jahrzehnte angehäuftes großes Fertigungswissen, das es erleichtert, die Produktion schnell hoch zu fahren. Diese Vorteile überwiegen ganz offensichtlich das vermeintliche Handicap der höheren Arbeitskosten zwischen Nordsee und Alpen.

Mehr: ntv Automobilwoche