Atomkraft
Anti-AKW-Bewegung bekommt wieder mehr zu tun

Nach den USA setzt nun auch China auf neue Kernkraftwerke, um den CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung zu senken – und dies trotz der Risiken und der teuren, ungeklärten Entlagerung des Atommülls für Tausende von Jahren.

Anlass für Atomausstieg Deutschlands: Kernkraftwerkskatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 (Foto: Digital Globe)

Deutschland stieg aus der Atomenenergie aus, nachdem es 2011 zur Katastrophe im Kernkraftwerk im japanischen Fukushima kam. In Australien lehnt der Bundesstaat Victoria den Bau neuer Atommeiler ab, weil sie zu riskant und zu teuer seien. Den designierten US-Präsidenten Joe Biden scheint dies allerdings ebenso wenig zu interessieren wie den chinesischen Staatschef Xi Jinping. Kaum hatte es aus dem Umfeld des Trump-Nachfolgers verlautet, die Vereinigten Staaten würden auf neuen Typ von Atomkraftwerken (AKW) setzen, um den CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung zu senken, nahm das Reich der Mitte jetzt in Hualong in der ostchinesischen Provinz Fujian seine erste selbst entwickelte nukleare Stromfabrik in Betrieb.

Chinas Regierung investierte in den vergangenen Jahren Milliarden Dollar in den Ausbau der Atomenergie. Derzeit sind 13 Meiler im Bau, ein Rekordwert international. Atomgegner unter den Umweltschützern halten den Ausbau der Kernkraft als Mittel gegen die Erdwärmung für teuer und nicht zielführend. »Wir müssen bereits Mitte des Jahrhunderts CO2-neutral sein. So schnell lassen sich nicht einmal genügend Reaktoren bauen, um diejenigen AKW zu ersetzen, deren Laufzeit vor 2050 zu Ende geht«, sagt der Energieexperte Paul Dorfman vom University College London.

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