Elfenbein
Jagd auf illegales weißes Gold

Ein langjähriger Elefanten-Experte hat eine Datenbank aufgebaut, mit deren Hilfe die Herkunft der begehrten Stoßzähne bestimmt werden kann. Das ermöglicht Fahndern, Wilderern und Schwarzhändlern besser auf die Schliche zu kommen.

Kadaver eines Elefanten, der von Elfenbeinwilderern erschossen wurde (Foto: Ina96)

Stefan Ziegler kennt sich aus mit Elefanten. Seit Jahren kämpft der promovierte Biologe gegen den unerlaubten Handel mit Elfenbein. Jetzt hat er in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz und der Tierschutzgorganisation World Wildlife Fund (WWF) eine weltweit einzigartige Datenbank erstellt, mit deren Hilfe sich die Herkunft von Elfenbein feststellen lässt. Dazu müssen von den Stoßzähnen Proben entnommen, diese genetisch untersucht und mit bisher erhobenen Proben verglichen werden.

Nicht alles Elfenbein, das sich im Umlauf befindet, etwa in Form alter Schmuckstücke oder Klaviertasten, stammt aus illegalen Quellen. Von 1999 bis 2008 verkauften beispielsweise Botswana, Namibia, Simbabwe und Südafrika insgesamt 151 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen ganz legal nach China und Japan.

Für Elfenbeindetektive wie Ziegler gibt es viel zu tun. Laut WEF werden jährlich schätzungweise bis zu 400 Tonnen Elfenbein – die Stoßzähne von 10 000 Elefanten – auf dem Schwarzmarkt verkauft. Kommen die Behörden den Tätern auf die Schliche, gilt es, die Herkunft des Elfenbeins konkret nachzuweisen. Ziegler gelang dies zuletzt bei dem bisher größten derartigen Prozess in Deutschland, bei dem ein Gericht im brandenburgischen Cottbus unlängst eine 50-Jährigen Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilte. Der Mann hatte unerlaubt mit einer Tonne Elfenbein gehandelt.

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