Landwirtschaft
Wut und Boden

Ein UN-Report über den Zustand des Bodens lässt nicht viel Hoffnung. Wissenschaftler aus aller Welt bezeichnen die Lage als trostlos. Vor allem der massive Fleischkonsum gehe zu Lasten des Bodens.

Boden - unterschätzte Bioreserve
Boden – unterschätzte Bioreserve (Rosi v. Dannen/Pixelio)

Über dreihundert Experten waren an der Erstellung des Berichtes beteiligt. Der Boden, so der Tenor der Untersuchung, sei die Quelle für alles Leben an Land, doch bedürfe es erheblicher Anstrengungen, um Erosion und Qualitätsabbau zu stoppen. Etwa ein Viertel aller Tiere lebe unter unseren Füßen im Untergrund und liefere die Nährstoffe als Grundlage aller Nahrung. Darüber hinaus speichere die Krume ebenso viel CO2 wie sämtliche Pflanzen, die auf ihm wachsen.

Erdreich, das durch Vergiftung oder Ausspülung verloren gehe, könne durch natürliche Prozesse erst über tausend Jahren wieder hergestellt werden. Als Hauptgefahren für die Böden benennen die Fachleute industrialisierte Landwirtschaft, Waldzerstörung, Luftverschmutzung und Klimaerwärmung. Seit Beginn der industriellen Revolution seien über 135 Milliarden Tonnen Scholle verloren gegangen. Die Bedeutung der Erdkrume, so die Studie, sei in der öffentlichen Debatte unterbelichtet. „Die biologische Vielfalt im Boden entzieht sich unserer Sicht und ist uns nicht bewusst“, sagt Richard Bardgett von der Universität Manchester, einer der Autoren des Papers.

Schlimmster Feind des Bodens ist nach Ansicht der Forscher die intensive Landwirtschaft. Nico Eisenhauer von der Universität Leipzig, ein weiterer Autor der Studie, meint dazu: „Es kommt auch darauf an, was wir essen – müssen wir wirklich diese Mengen Fleisch essen?“ Mehr als 80 Prozent allen Farmlandes werde für die Fleischerzeugung vernutzt, liefere aber nur 18 Prozent der verbrauchten Kalorien.

Mehr: The Guardian FAO

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