Fossile Brennstoffe
Tschechien sagt der Kohle leise Servus

Steigende Preise für CO2-Zertifikate zwingen selbst Länder zum Ausstieg, die lange eisern an dem dreckigen Energieträger festhielten. Unser Nachbarn will 2038 das letzte Kohlekraftwerk abschalten. Die Alternative wird allerdings die wenigsten Umweltaktivisten erfreuen.

Rauchende Schlote und Kühltürme eines Kohlekraftwerks bei Nacht
Viel Rauch und Dampf am Nachthimmel Tschechen atmen bald gesündere Luft
Foto: Benita5 on Pixabay

Denn anders als Deutschland setzt die tschechische Regierung neben Volt und Watt aus Wind und Sonne weiterhin stark auf Atomstrom, um ihre Verpflichtungen aus dem EU-Klimaziel zu erfüllen. Industrieminister Karel Havlicek hat klar gestellt, dass zu den bestehenden sechs Kraftwerksblöcken in Dukovany und Temelin weitere hinzu kommen sollen. Dagegen spielt die Förderung regenerativer Quellen eher eine Nebenrolle.

Wie Polen deckt Tschechien fast die Hälfte seines Elektrizitätsbedarfs aus der Kohleverstromung. Die wird für die Betreiber der Kraftwerke jedoch zunehmend unwirtschaftlich, seit sie für den Kauf von Verschmutzungsrechten aus dem EU-Emissionszertifikatehandel immer tiefer in die Tasche greifen müssen. Der aktuelle Preis für die Rechte liegt bei rund 25 Euro je Tonne. Erste Blöcke haben die Versorger wie hiesige auch aus diesem Grund schon stillgelegt. Dennoch warnten Ärzte die tschechische Regierung erst jüngst wieder vor den Folgen der starken Luftverschmutzung durch die Kohleverbrennung.

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