UN-Klimabericht
Es geht ans Eingemachte

Die Schreckensmeldungen häufen sich. Fünf Jahre nach Abschluss des Pariser Klimaabkommens steuert die Welt fast ungebremst auf einen drei Grad wärmeren Planeten zu. Das 1,5-Grad-Ziel rückt in weite Ferne. Die UN-Experten zeigen immerhin einen Ausweg auf.

ausgetrocknetes Flussbett
Wenn der Regen ausbleibt Immer häufiger trocknen Bach- und Flussbette periodisch aus
Foto: JosepMonter on Pixabay

Der besteht nach Meinung der Chefin des UN-Umweltprogramms Unep, Inger Andersen, in echten grünen und finanziell gut ausgestatteten Konjunkturpaketen, wie sie Regierungen weltweit planen, um der nationalen Wirtschaft nach den Corona-Lockdowns wieder auf die Sprünge zu helfen. Die Investitionen müssten sich auf erneuerbare Energien, emissionsfreie Technologien und umweltförderliche Infrastrukturen fokussieren, fordert sie. Auch Wälder aufzuforsten, sei eine sinnvolle Maßnahme. Dagegen müsse die Staatengemeinschaft Subventionen für fossile Brennstoffe drastisch kürzen und die Regierungen sollten keine neuen Kohlekraftwerke genehmigen.

Würden die Warnungen in den Wind geschlagen, und werde der Umstieg auf ein ökologisch ausgerichtetes Wirtschaftssystem verschleppt, droht der Dänin zufolge Ungemach: “ Die Pandemie ist eine Warnung, dass wir dringend von unserem zerstörerischen Wachstumspfad abkommen müssen, der die drei globalen Krisen Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltverschmutzung vorantreibt.“

Käme es hingegen zu einem ökologisch nachhaltigen Wiederaufbau, könnten der globale Ausstoß an Treibhausgasen bis 2030 um bis zu 25 Prozent sinken, macht der Bericht Mut. Die UN-Experten stehen mit ihrem Befund nicht allein. Die Umweltorganisationen Germanwatch und New Climate Institute schätzen die Lage ähnlich dramatisch ein. In ihrem einen Tag zuvor vorgestellten Klimaschutzindex ließen sie daher die ersten drei Plätze der Rangliste unbesetzt. Grund: Kein Land befindet sich schon ausreichend auf dem Pfad, die Vorgaben des 2015 vereinbarten Pariser Klimaschutzabkommens zu erfüllen.

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