Klima
Mehr Kohle für Kohlenstoff

Ab Beginn des neuen Jahres müssen Verbraucher einen CO2-Preis für Mobilität und Wärme zahlen. Bislang galt nur ein geringer Betrag als politisch durchsetzbar. Eine Umfrage wies nun nach, dass bei einer pauschalen Rückerstattung auch höhere Abgaben hingenommen würden.

 Auch Arme wollen höhere CO2-Preise zahlen - wenn der soziale Ausgleich stimmt.
Auch Arme wollen höhere CO2-Preise zahlen – wenn der soziale Ausgleich stimmt (Pixource/Pixabay)

Bislang galt es als unumstößlich: Kleinverdiener und Menschen ohne Vermögen sind kaum bereit, höhere Benzin-, Heizöl- oder Gaspreise zu entrichten, um die Klimaerwärmung aufzuhalten. Die Bereitschaft, höhere CO2-Zuschläge zu entrichten – so legten die bisherigen Ergebnisse von Umfragen nahe – war eher im Bürgertum verbreitet. Eine jüngst veröffentlichte Umfrage beweist jedoch, dass auch ärmere Verbraucher sich gegen eine höhere Bepreisung nicht sperren, wenn es einen sozialen Ausgleich gibt.

Hintergrund der Befragung ist der geplante Aufschlag für Verkehr und Heizung in Höhe von vorerst 25 Euro pro Tonne CO2 ab Januar, der bis zum Jahr 2026 auf mindestens 55 Euro steigen soll. Die Preise gelten nach Meinung der führenden Fachleute als zu gering. Das Bundesumweltamt errechnete Anfang 2019 Schäden von 640 Euro pro Tonne CO2. Verbraucher produzieren eine Tonne CO2, wenn sie 6 000 Kilometern mit einem Diesel-PKW zurücklegen oder ein Einfamilienhauses aus den Sechzigerjahren einen Monat heizen. Durch einen CO2-Aufschlag von 50 Euro würde ein Liter Benzin um etwa 14 Cent teurer.

Das Essener RWI – Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung hatte, zusammen mit dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und der Universität von Oxford, 6 500 deutsche Haushalte unter anderem befragen lassen, ob sie bereit seien, auch einen Preis von hundert Euro pro Tonne zu zahlen, wenn eine pauschale Rückerstattung gezahlt werde. Mit dieser Variante waren 58 Prozent der Befragten einverstanden, darunter auch Geringverdiener. Deutlich geringer war die Bereitschaft höhere CO2-Preise zu entrichten bei einem Transfer der Einnahmen in grüne Zukunftstechnologien. Ohne Transfers unterstützten nur 38 Prozent der Befragten einen Preis von hundert Euro pro Tonne CO2.

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