Renaturierung
Die Rückkehr der Savanne

Die Wildhüter des Virunga Nationalparks in der Demokratischen Republik Kongo erhalten Hilfe von unerwarteter Seite: Eingewanderte Elefantenherden verwandeln das wuchernde Buschland zurück in die ursprüngliche Grassavanne. Seither kehren viele Tierarten zurück.

Elefantenherde in Afrika
Tierische Landschaftspfleger Bei ihren Ausflügen trampeln die Dickhäuter Bäume und Büsche nieder
Foto: cocoparisienne on Pixabay

Bekannt ist das Naturschutzgebiet eigentlich für seine Berggorillas. Um sie zu bewundern, strömen jährlich Zehntausende Besucher aus aller Welt in den Park, der wegen der grassierenden weltweiten Covid-19-Seuche derzeit geschlossen ist. Jetzt bietet er zusätzliche Attraktionen – und die verdankt er der Zuwanderung eine Herde von 580 Elefanten aus dem benachbarten Uganda. Sie trampeln bei ihren Fress- und Streifzügen Büsche und Bäume nieder, die bis vor wenigen Jahrzehnten in dieser Gegend nicht heimisch waren. So kann das ursprüngliche Savannengras wieder aufblühen und die Landschaft besiedeln.

Mit den Pflanzen kehren nach Jahrzehnten auch viele grasende Tiere zurück, die in der Savanne leben: Warzenschweine, Büffel und Löwen zum Beispiel. Die Artenreichtum blüht auf. Wes Sechrest, Chefwissenschaftler der Umweltschutzorganisation Global Wildlife Conservation, sieht in dem Vorgang eine Blaupause dafür, wie es gelingen kann, Teile der Erde in einen naturnahen Urzustand zurück zu versetzen. Ohne menschlichen Eingriff und ohne große Kosten. Man müsse die Natur nur lassen.

„Dies ist ein wirklich wunderbares Beispiel für die Renaturierung unseres Planeten, indem wir der Natur einen kleinen Schubs geben und die Elefanten kümmern sich in diesem Fall um den Rest“, sagt Sechrest und geht ins Grundsätzliche. „Wenn wir ernsthaft gegen den Klimawandel, das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten und Pandemien vorgehen wollen, müssen wir die Voraussetzungen schaffen, dass die Natur sich erholen kann. Das ist entscheidend für die Zukunft unseres Planeten.“

Mehr: Treehugger

Berggorillas im Virunga Nationalpark Anziehungspunkt für Zehntausende Touristen jährlich
Foto: Virunga National Park/Paul Taggart