Politik
Bis aufs Messer

Die Deutsche Umwelthilfe wirft der Bundesregierung Versagen und Rückschrittlichkeit vor. Der Öko-Verband will im kommenden Jahr – wie gewohnt durch Klagen und Kampagnen – Druck auf die Politik machen, damit die Luft sauberer, die Müllflut niedriger und die Landwirtschaft nachhaltiger werde.

Intakte Umwelt Kein Geschenk des Himmels
Intakte Umwelt Kein Geschenk des Himmels (Rainer Sturm/Pixelio)

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Initiative, bezeichnete bei der Vorstellung des Aktionspapiers Bundeskanzlerin Angela Merkel als „Schutzheilige der Dieselkonzerne“, die mit dem „Betrugskartell von BMW, Daimler und VW dagegen“ gegen den Ausstieg aus der Verbrennungsmotor-Technik ankämpfe. Diese Konzerne erhielten im Rahmen der Klimaschutzpolitik „sogar noch Subventionen für besonders spritdurstige Verbrenner.“

2021 will die – wie gewohnt kämpferisch auftretende – Deutsche Umwelthilfe (DUH) gleich mehrere Fronten aufrollen. Für die Reinerhaltung der Luft forderte die Initiative ein Tempolimit von 120 Kilometer pro Stunde auf Autobahnen, von 80 Kilometer pro Stunde auf Landstraßen und 30 Stundenkilometer innerorts, sowie ein Böllerverbot für Silvester.

Der Verband wies darauf hin, dass er bereits im vergangen Jahr mit dem sogenannten Blauen Engel für Holzöfen einen Standard durchgesetzt habe, der die Feinstaub-Emission um 90 Prozent verringere. Ab dem neuen Jahr müssen Holzheizer ihre alte Öfen austauschen oder umrüsten.

Um die Klimakatastrophe aufzuhalten, will die DUH juristisch und politisch sowohl gegen die Fracking-Gas-Terminals in den norddeutschen Hafenstädten als auch gegen die Ostsee-Gasleitung Nord Stream 2 vorgehen. Auch die Landwirtschaft gerät ins Visier der Öko-Kämpfer aus Radolfzell am Bodensee. Die bisherigen Direktzahlungen an die Bauern ohne Umweltbindung solle gestoppt werden, ebenso die Massentierhaltung.

Gegen die Müllflut kündigt die DUH eine Politik der Nulltoleranz von Einweg-Kaffeebechern, -Essensboxen und Pizzapaketen an. „Wir fordern, dass diese Klimakiller-Produkte mit Abgaben belegt oder ganz verboten werden“, sagt Barbara Metz, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin.

Mehr: DUH