Stromversorgung
Blackout – der große Bluff

Der Chef des Essener Energiekonzerns RWE räumt indirekt ein, dass die von seiner Branche einst geschürte Sorge vor ausgehenden Lichtern durch die Energiewende letztlich reine Angstmache war. Daran ändert auch die Abschaltung der Kohlekraftwerke bis 2038 nichts.

Windräder fressen Braunkohle auf (Foto: My pictures are CCO. When doing composings / pixabay)

Für Rolf Martin Schmitz gibt es keinen Grund zur Sorge, in Deutschland würden die Lichter ausgehen, weil demnächst die restlichen Atommeiler und bis 2038 alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden müssen. „Wir haben noch Überkapazitäten und Reservekraftwerke, schließlich auch Import-Möglichkeiten und nicht zuletzt die Eingriffsmöglichkeiten der Bundesnetzagentur“, sagte der Chef des Essener Energieriese RWE der „Welt“. Und das, obwohl der Konzern in den kommenden zwei Jahren seine Stromproduktion um 30 Prozent reduzieren wird. „RWE hatte im Jahr 2019 noch 20,8 Gigawatt Kraftwerksleistung in Deutschland, und Ende 2022 werden es noch 13,3 Gigawatt sein“, rechnet Schmitz vor, „und da ist der geplante Ausbau der erneuerbaren Energien um 50 Prozent schon eingerechnet.“

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Damit wirft der 63-jährige gelernte Energie-Ingenieur, der seit 2016 an der Spitze von RWE steht, seinen Vorgängern und vielen Branchenkollegen verklausuliert Rosstäuscherei vor. Denn die hatten nach dem Atomausstieg Deutschlands aufgrund der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 keine Gelegenheit ausgelassen, Industrie und Bevölkerung vor einem Blackout zu warnen, weil Wind und Sonne angeblich nicht ausreichen würden, um die Stromvesorgung hier zu Lande sicher zu stellen.

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