Hausgärten
Schotter, Torf und Kirschlorbeer

Jedem Häuslebauer seine Hortensien. Doch bei der Gestaltung des eigenen Gründstückes zählen nicht nur persönliche Vorlieben. In Zeiten des Klimawandels und des Artensterbens ist auch wichtig, was der Natur hilft. Und da gab es in Deutschland 2020 drei Todsünden.

Niedlich aber naturschädlich: Steinerne Rehe auf steinerner Bodenversiegelung (Foto: Marisa04 / pixabay)

Einfach, schnell und pflegeleicht – nach diesem Motto gestalten offenbar viele Deutsche die Flächen vor und hinter ihrem Haus. Doch für die Natur ist der pragmatische Dreiklang alles andere förderlich, zeigt der genauere Blick in deutsche Gärten des Jahres 2020. Größte Totsünde war im vergangenen Jahr die Anlage sogenannter Schottergärten, also die Bedeckung des Erdreichs mit zerkleinertem Gestein oder Kieseln, obwohl dies in Hamburg und Baden-Württemberg inzwischen verboten ist.

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„Arten- und blütenreiche Gärten verschwinden auf Kosten steriler insektenfeindlicher Stein- und Schottergärten“, so das Fazit der Landesumweltminister. „Dass Insekten keine Steine fressen können, dürfte allgemein einsehbar sein“, sagt der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen.

Alles andere als umweltfreundlich ist auch die Verwendung von Torf. Sein massenhafter Abbau zerstört die Moore und schadet dem Klima. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat den Handel zwar aufgefordert, bis Ende 2026 auf den Verkauf zu verzichten. Doch ob der Aufruf wirkt, so lange es keinen guten Ersatz gibt, ist fraglich.

Dritter Naturverächter in deutschen Gärten ist der Kirschlorbeer, beliebt als immergrüne Hecke gegen ungebetene Blicke von Nachbarn und Passanten. Nach Meinung von Naturschutzorganisationen hat das schnell wachsende Gesträuch wenig für die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu bieten. Seine Beeren seien für die hiesigen Vögel nicht bekömmlich und die Blätter brächten in heißen Sommern keine Kühlung.

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