Rote Liste
In Kanada raubt der Klimawandel gleich zehn Tierarten ihren Lebensraum

Steigende Temperatur im hohen Norden der Erdkugel ändern die Ökosysteme dort in einem Tempo und Ausmaß, dass Walen, Lachsen, Karibus und Murmeltieren kaum eine Chance lässt, mit den neuen Bedingungen fertig zu werden. Tierschützer warnen, sie könnten aussterben.

Fischer mit Chinook Lachs
Gefährdete Spezies Steigende Wasertemperaturen im Nordpazifik stören die Wanderung des Chinook Lachses zu seinen Laichplätzen
Foto: PublicDomainImages on Pixabay

Mit einer Länge von bis zu 1,50 Metern und einem Gewicht von im Extrem fast 60 Kilogramm sind die Chinooks die größte Lachsart, die im Nordpazifik schwimmt. Doch steigende Wassertemperaturen setzen den Fischen zu, beobachten örtliche Tierschützer des WWF mit Sorge. Längst aus ihrem einstigen Lebensraum verdrängt, der ursprünglich bis nach Südkalifornien reichte, wächst jetzt die Gefahr, dass sie ihre Laichplätze nicht mehr aufsuchen. Der fehlende Nachwuchs würde die Bestände gefährlich dezimieren, warnt WWF-Aktivistin Emily Giles. „Sie leben jetzt schon am oberen Level ihrer Hitzetoleranz.“

Das Verschwinden des Königs der Lachse hätte nicht nur dramatische Folgen für die Ökosysteme der Flussläufe an Kanadas Westküste, in denen die Fische ihren Laich ablegen. Dabei bringen sie wertvolle Nährstoffe für andere Tierarten mit. Andere Spezien wie der Stellersche Seelöwe oder eine bestimmte Art Killerwale ernähren sich überwiegend von ihnen. Sterben die Chinooks, verlieren auch sie ihre Lebensgrundlage.

Zu den durch den Klimawandel gefährdeten Arten in der nur anscheinend noch intakten kanadischen Wildnis zählen laut WWF neben großen Meeressäugern wie dem Atlantischen Walross und dem Narwal auch seltene Schildkröten und Kleinhasen, zoologisch Collared Pika genannt. Die Bedrohung wächst zusätzlich, weil auftauende Böden und schwindendes Eis immer größere Flächen für die Industrialisierung und Ausbeutung von Bodenschätzen zugänglich machen. „Neue Routen für Schiffe und Öltanker und der Lärm, den sie verursachen, stören Paarung und die Aufzucht der Jungtiere“, sagt WWF-Expertin Giles.

Der weltweite Raubbau an der Natur schlägt auf den Menschen zurück. Erst jüngst warnten Forscher in einer Studie davor, dass Viren in immer kürzeren Abständen wie bei Covid19 von Tieren auf den Menschen überspringen werden, wenn wir ihnen zusehends auf die Pelle rücken.

Mehr: CTVNews