Weltraumschrott
Klopf, Klopf, Japaner konstruieren Satelitten aus Holz

Tausende funktionsunfähige Satelitten taumeln um die Erde. Verglüht ihr Schrott beim Eintritt in die Erdatmosphäre, entstehen winzige Aluminiumpartikel, die zur Aufheizung des Klimas beitragen. Die Holzvariante würde verbrennen, ohne schädliche Substanzen frei zu setzen.

Schrott sammeln im All Die Europäische Weltraumagentur ESA steigt ins Geschäft mit der Müllabfuhr ein Foto: ESA

Nach aktuellen Schätzungen wird sich die Zahl der Satelliten bis 2028 auf 15 000 erhöhen. 6000 sind es heute, mehr als die Hälfte davon sind kaputt oder außer Betrieb. Das Bündnis aus dem zur Sumitomo-Gruppe gehörenden Unternehmen Sumitomo Forestry und der Universität Kyoto will eine möglichst große Zahl der künftigen Generation umweltfreundlicher machen und deren Hülle aus Holz statt aus Metall bauen. Schon in zwei Jahren soll die Neukonstruktion aus dem nachwachsenden Rohstoff startklar sein. Welche Baumarten geeignet sind, um der extremen Hitze und Eiseskälte standzuhalten, denen die Kapseln ausgesetzt sind, erproben die Forscher gerade in Experimenten.

Beteiligt an dem Projekt ist Professor Takao Doi, der 2008 als Astronaut auf der Internationalen Raumstation ISS arbeitete. Er bringt viel Expertise und Erfahrung mit. Unter anderem warf er damals als erster Mensch einen speziell entwickelten Bumerang in den Orbit, um zu sehen, wie er sich unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit verhält. Doi treibt eine spezielle Motivation an: „Der Weltraumschrott wird die Umwelt auf der Erde beeinträchtigen.“

Doch es drohen auch andere Gefahren. Etwa dass Trümmerstücke mit funtionierenden Satelliten kollidieren und diese zerstören. Um zumindest die gefährlichsten Teile aus den Umlaufbahnen zu entfernen, entwickelt die Europäische Weltraumagentur ESA eine Art fliegenden Müllwagen fürs All. Clear Space1, so sein Name, soll schon 2025 erstmals in 600 bis 800 Kilometer Höhe einen Schrotthaufen einfangen. Klappt das, will die ESA den Dienst kommerzialisieren.

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