Britische Windfarmen
Sturm Bella bläst zum Rekord

Das Vereinigte Königreich kommt mir der Dekarbonisierung seiner Energieerzeugung schneller voran als Deutschland. Immer öfter decken die Briten ihren Bedarf ganz ohne Kohlestrom, vor allem die großen Meereswindparks sind zu den größten Lieferanten geworden.

Offshore-Windpark Humber Gateway Kein Land hat mehr Kapazität zur Stromerzeugung auf dem Meer errichtet als die Briten
Foto: RWE

Am 26. Dezember war es geschehen. Sturm Bella, der mit bis zu 171 Kilometern in der Stunde über den Atlantik fegte, ließ die Windräder vor und auf der Insel zu einer neuen Rekordmenge an elektrischer Energie rotieren: Erstmals bezogen die Briten mehr als die Hälfte ihres Stroms aus der Kraft des Windes. Genau 50,7 Prozent betrug der Anteil. Zusammen produzierten die Anlagen mehr als fünf Millionen Kilowattstunden.

ANZEIGE

40 Prozent trugen die Meereswindparks des Landes zu dem Spitzenwert bei. Rotoren mit einer Leistung von 10 000 Megawatt (MW) haben Iren, Schotten und Engländer vor ihren Küsten im Wasser verankert – mehr als jede andere Nation. Zum Vergleich: Deutschland bringt es auf rund 7 760 MW, die USA auf gerade einmal 30 MW. Die britischen Offshore-Windparks können damit unter Volllast ungefähr 20 Kohlekraftwerksblöcke ersetzen. Zu den Betreibern der Windfarmen gehört auch der deutsche Energiekonzern RWE, etwa mit Humber Gateway in der Nordsee.

Beim Umstieg auf eine klimaneutrale, nicht-fossile Energieerzeugung hängen die Briten die Bundesrepublik ab. Deutschland deckte 2020 zwar immerhin schon rund 46 Prozent seines Elektrizitätsverbrauchs aus grünen Quellen wie Wind und Sonne. Doch die Versorgung ohne Kohlestrom sicherzustellen, das haben im selben Jahr nur die Briten geschafft – für mehr als zwei Monate. Allerdings unter Rückgriff auf ihren Atomstrom. Die Kohlekraftwerke waren preislich zu immer mehr Stunden schlicht nicht mehr wettbewerbsfähig, sprich ihre Watt und Volt zu teuer.

Mehr: Gizmodo