Regulierung
Wenig Vertrauen in die unsichtbare Hand

Um die Erderwärmung doch noch in letzter Minute auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, greifen immer mehr Staaten und Regionen zum Mittel des Verbots und verbannen Verbrennungsmotoren. Sie wollen die Rettung des Planeten nicht dem Markt überlassen.

Wir müssen draußen bleiben Diesel und Benziner werden verbannt Quelle: wikimedia.org

Neoliberalen Ökonomen sind sie ein Greuel: Eingriffe des Staats in die freie Entscheidung der Käufer. Nicht dass sie Umweltschutz nicht befürworten würden. Aber welche Technologie nachgefragt wird, nicht nur wenn es um saubere Luft im Straßenverkehr geht, soll – bitte schön – dem Wettbewerb und dem Konsumenten überlassen bleiben, gesteuert über Preissignale.

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Doch weltweit wächst die Zahl der Regierungen, denen der Marktmechanismus zu langsam und unzuverlässig ist. Sie gehen auf Nummer sicher und wollen auf ihren Straßen nurmehr elektrisch angetriebene Fahrzeuge zulassen. Den Anfang machen laut einer Übersicht des US-Umweltportals „cleantechnica“ Norwegen und Südkorea. Diesel und Benziner können dort von 2025 nicht mehr angemeldet werden, so die gesetzliche Beschlusslage. 2030 folgt ein ganzer Schwung weiterer Länder, darunter Deutschland, Indien und das Vereinigte Königreich. 2040 ist es in Japan und Kalifornien soweit, fünf Jahre später macht China ernst.

Die Autokonzerne geben ihre Rückzugsgefechte nach und nach auf und stellen sich auf die neue Ära der Elektromobilität ein. Bei der begrenzten zeitlichen Perspektive auf allen relevanten Weltmärkten werden sich Investitionen in verbesserte Abgaswerte von Verbrennern kaum mehr rentieren. Selbst die deutschen Hersteller forcieren nach langem Zögern die Einführung neuer E-Modelle und bauen ihre Fabriken wie BMW entsprechend um. Diesmal treibt der Staat den Fortschritt voran.

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