Tesla
Mit harten Bandagen

In der künftigen Fabrik des US-Elektroautobauers in Brandenburg läuft die Personalsuche heiß. Es rumpelt, es wird ausgeteilt und zurückgekeilt. Deutsche Konzern- und amerikanische Start-up-Kultur dürften bis zur Werkseröffnung im Sommer noch öfter aufeinanderprallen.

Hickhack ums Personal – Areal für die künftige Tesla-Fabrik in der Nähe von Berlin (Foto: Rolf Roletschek)

Zuerst machte René Reif, der Leiter der Mercedes-Werke Berlin und Hamburg, im November von sich reden, weil er beim Konkurrenten Tesla anheuerte. Jetzt folgt ihm ein weiterer Daimler-Kollege in hervorgehobener Stellung, der Ingenieur Stefan Schwunk, und wechselt zum Februar in die künftige Fabrik des US-Elektroautobauers im brandburgischen Grünheide. Der Konzern mit dem Stern arbeite eher wie eine Behörde, so der Experte für Qualitätsmanagement über seinen bisherigen Arbeitgeber, und habe die Elektrifzierung seiner Modelle nur halbherzig vorangetrieben.

Je näher die geplante Eröffnung der E-Auto-Fabrik von Tesla in der Nähe von Berlin in diesem Sommer rückt, desto härter werden die Auseinandersetzungen um die Personalpolitik des US-Konzerns: um die Höhe der Gehälter, die Behandlung der künftigen Beschäftigten und die Rekrutierung der Mannschaft schlechthin. Klagen über Organisationschaos machen die Runde, Beschäftigte in den bisherigen Tesla-Dependancen in Deutschland zeichnen kein allzu rosiges Bild von der US-Startup-Kultur.

Qualitäts-Ingenieur Schwunk sagt, er sei „heiß“ auf Veränderungen. Er hat versprochen, auf seinem Youtube-Kanal zu berichten, wie es ihm bei Tesla ergeht, sofern sein neuer Arbeitgeber dies zulässt, versteht sich – und wohl auch, sofern der Daimler-Abtrünnige sich traut, die ungeschminkte Wahrheit ins Netz zu stellen.

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