Landwirtschaft
Aldi: Immer wieder Ärger mit den Bauern

Der kurzfristige Friede zwischen dem Discounter und den Landwirten ist gefährdet. Bauernführer Anthony Lee vom Verband „Land schafft Verbindung“ droht mit neuen Blockaden, weil der Handelskonzern den Einkaufspreis für Butter um bis zu 60 Cent pro Kilogramm senken will.

Milchkannen - Zankapfel Butterpreis
Milchkannen Zankapfel Butterpreis (Erich Westendarp/Pixelio)

„Das nächste Mal sollten die Bauern gleich zwei Wochen lang die Lager blockieren und nicht nur zwei Tage“, sagte Lee bezugnehmend auf die Blockierung der Zentrallager mehrerer Lebensmittelriesen. Üblich seien nach den Feiertagen Preissenkungen von maximal 40 Cent. Auf dem Weltmarkt steige der Butterpreis sogar.

Niedersachsen Umweltminister Olaf Lies (SPD) nannte die Preissenkung ein völlig falsches Signal. Man sei sich bei den Verhandlungen zwischen Bauern, Handel und Politik einig gewesen, dass eine solche Absenkung nicht erfolgen solle. So könne man mit den Bauern nicht umgehen. „Wir brauchen neue Spielregeln“, sagte der Minister. Landwirte und Einzelhandel müssten auf gleicher Augenhöhe verhandeln.

Aldi bestreitet die Vorwürfe. Man zahle marktüblich und nicht die von Bauern behaupteten 56 Cent weniger pro Kilogramm Butter. Wie viel tatsächlich gezahlt wird, wollte der Handelsreise aus Wettbewerbsgründen nicht preisgeben. Lee bestritt die Behauptung. Der Einkaufspreis, den der Discounter zahle, liege mehr als 50 Prozent unter dem marktüblichen Niveau.

Jetzt überlegen die Landwirte, ob sie einen vereinbarten Termin mit den Discountern und Niedersachsens Ministerin für Landwirtschaft Barbara Otte-Kinast abwarten oder schon vorher zu Aktionen schreiten.

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