China
Durchwachsene Umweltbilanz im Reich der Mitte

Der Weg zu einer saubereren Umwelt und klimaschonenderen Wirtschaft ist noch weit in China. Doch mit dem neuen Fünf-Jahresplan bleibt die Regierung in Peking wohl auf dem großen Sprung, das Land zu einem bedeutenden Player der Green Economy zu machen.

Shanghai im Smog (Foto: Bernd Hellmuth / pixabay)

Einerseits gibt es in Peking noch immer Tage, an denen der Smog alle Sonnenstrahlen schluckt. Andererseits vermeldetet die Umweltschutzorganisation Greenpeace schon 2017 eine Verbesserung der Luftqualität in Chinas Hauptstadt. Einerseits emittiert kein Land auf der Welt so viel klimaschädliches Kohlendioxid. Andererseits produziert jeder US-Amerikaner pro Jahr fast zweieinhalb mal so viel CO2 wie ein Chinese.

China – Reich des Schmuddels oder Reich der Umweltverbesserer? Die Antwort fällt „gemischt“ aus, resümmiert das Mercator Institude of China Studies, ein Ableger der Essener Mercator-Stiftung, die von den Miteigentümern der Düsseldorfer Großhandelskette Metro gegründet wurde. Zwar kann von einem Kohleaustieg wie in Deutschland in dem 1,3-Millionen-Einwohnerland keine Rede sein. Allein im ersten Halbjahr 2020 wurden China mehr Meiler genehmigt und neu in Betrieb genommen, als hier zu Lande laufen. Und auch die angekündigte Einführung von Verschmutzungsrechten, die Energieerzeuger erwerben müssen und dadurch zu Einsparungen von Emissionen angehalten werden, blieb bisher aus.

Gleichzeitig hatte die Regierung jedoch im September angekündigt, China werde bis 2060 klimaneutral sein. Schon jetzt gebe es landesweit mehr als 2100 sogenannte grüne Fabriken, so die Analysten. Zudem plant China, seine CO2-Emissionen bezogen auf die Wirtschaftsleistung bis 2030 um rund zwei Drittel gegenüber 2005 zu senken.

Chinas Führung habe den Klimawandel und die Zerstörung der Umwelt „als echte und dringende Bedrohungen für das langfristige Überleben des Regimes und den wirtschaftlichen Wohlstand erkannt», betont die China-kritische Stiftung. Und die Regierung sei „entschlossen, eine weltweite Führungsrolle bei umweltfreundlichen Technologien und nachhaltigen Lösungen einzunehmen“. Diese Ambitionen würden im neuen Fünf-Jahres-Plan aufrecht erhalten und sollten „ernst genommen werden“.

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