Sahara
Grüne Mauer gegen weitere Verödung der Süd-Sahara

Der aktuelle Umweltgipfel „One Planet Summit “ in Paris hat beinahe zwölf Milliarden Euro eingesammelt, um ein versandetetes Projekt aus den 2000er Jahren wieder zu beleben: einen Waldstreifen durch die südliche Sahara, um die dortigen Anbauflächen zu retten.

Verkümmernde Vegetation in der Südsahara (Foto: Oliver Bory / pixabay)

Es ist das ambitionierteste Aufforstungsprogramm der Menschheit: eine 8000 Kilometer lange und 15 Kilometer breite grüne Schneiße durch den südlichen Teil der Sahara. Dafür hat der gegenwärtige Weltumwelt-Gipfel „One Planet Summit“ in Paris 11,8 Milliarden Euro mobilisiert. Die Bäume, die dazu in der Region mit rund 232 Millionen Bewohnern in den kommenden Jahren gepflanzt werden sollen, sind als Schutzzone gegen die weitere Ausbreitung unfruchtbarer Anbauflächen gedacht.

Die Idee für das Projekt stammt aus dem Jahr 2005, wurde aber nie Realität, obwohl seitdem pro Jahr im Schnitt immerhin rund 1,9 Millionen Hektar bepflanzt wurden. Um eine wirksame Barriere gegen die Verödung zu schaffen, bräuchte es den Vereinten Nationen zufolge bis 2030 jedes Jahr fast zehn Millionen Hektar, und das möglichst gleichmäßig. Denn während Äthiopien 5,5 Milliarden Setzlinge auf 151.000 Hektar Fläche pflanzte, stockt die Aufforstung in Ländern des mittleren Afrikas durch Terrorismus und Korruption.

Die Wiederbelebung des Projekts tut nach dem extrem heißen Sommer 2020 einmal mehr Not. Die eingesammelten Gelder dürften allerdings nicht ausreichen. Die Begrünung eines Hektars Land kostet im Schnitt rund 380 Euro, in der direkten Sahelzone eher mehr. Bei einem Aufwand von 3,1 und 3,7 Milliarden Euro pro Jahr wären für das Projekt 31 bis 37 Milliarden Euro notwendig.

Mehr: Quarks, Zeit