Ins eigene Fleisch – Verzehr von Tieren ist klimaschädlich

Die fünf führenden Fleischproduzenten erzeugen mehr klimaschädliche Gase als Exxon, der größte Erdölkonzern der Erde. Etwa fünfzehn Prozent des Ausstoßes an Treibhausgasen stammen aus der Nutztierhaltung. Während in den westlichen Ländern der Fleischkonsum auf hohem Niveau stagniert, wächst er in Schwellenländern wie China.

Hackfleisch Zunehmend Fleischverweigerer unter jungen Leuten (Alexas_Fotos/Pixabay)

Dem Fleischatlas 2021 zufolge hat sich der Fleischkonsum in Deutschland seit dem Jahr 1990 um etwa sieben Prozent vermindert. Der Fleischatlas wird von der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und Le Monde Diplomatique herausgegeben. Vor allem junge Menschen verzichten auf Fleisch. Etwa 40 Prozent der Befragten im Alter von 15 bis 29 Jahren geben an, wenig Fleisch zu essen, 13 Prozent ernähren sich ausschließlich vegetarisch oder vegan. Mehr als 70 Prozent lehnen die Heranzucht und Schlachtung von Nutztieren in ihrer jetzigen Form ab. Ebenso hoch ist der Anteil an Befragten in dieser Altersgruppe, die bereit wären, höhere Fleischpreise zu zahlen, wenn die Bedingungen der Erzeugung sich änderten.

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Wenn auch in meisten Industrieländern der Fleischkonsum zurück geht, so sind sie doch alles andere als ein Vorbild. Pro Kopf verbrauchen die ärmeren Länder mit 26,6 Kilogramm nur gut ein Drittel soviel wie in der Industrieländern mit 68,6 Kilogramm.

Eindringlich zeigt der Report auch die Gesundheitsgefahren, die sich aus der Nutztierhaltung ergeben. Die sogenannten Zoonosen, also Krankheiten wie BSE, Sars oder Covid-19, die von Tieren auf Menschen übergehen, waren in den vergangenen Jahrzehnten entweder Folge der industrialisierten Tierhaltung oder der Waldrodung mit dem Ziel, Futteranbau- und Weideflächen zu schaffen.

Deutschland ist laut Fleischatlas ein Zentrum der industrialisierten Fleischproduktion. Bei Erzeugung von Schweinefleisch liegen die Bauern in der Bundesrepublik mit 21 Prozent Marktanteil in der Europäischen Union an erster Stelle, beim Rindfleisch hinter Frankreich mit 15 Prozent auf Platz zwei. Auch in der Schlachterei und der Fleischverarbeitung nimmt Deutschland mit Giganten wie Tonnies oder Westfleisch einen Spitzenplatz ein. Pro Tag wurden 2019 zwei Millionen Tiere zwischen Rhein und Oder geschlachtet. Ein Faktor für den Erfolg der deutschen Schlachtindustrie sind die niedrigen Arbeitskosten, die nur halb so hoch sind wie im Nachbarland Dänemark.

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