Batterieproduktion
CO2-freies Lithium für Europa

Wie sauber Elektroautos sind, hängt stark von der Rohstoffgewinnung für deren Batterien ab. Ein australisches Unternehmen behauptet nach Abschluss einer Machbarkeitsstudie, die wichtigste Zutat, Lithium, am Oberrheingraben klimaneutral produzieren zu können.

Geothermiekraftwerk von innen Saubere Lithiumgewinnung dank in Strom umgewandelter Tiefenwärme
Foto: GZB

Nach Jahren kleinster Trippelschritte macht Europa ernst mit dem Umstieg auf Elektromobilität. Um das rasch wachsende Angebot an Steckerautos mit ihrem wichtigsten Antriebsaggregat bestücken zu können, einem Akku, sind gerade an vielen Orten Batteriefabriken im Bau. Der wichtigste Rohstoff für die Herstellung der Speicher – Lithium – stammt derzeit zu 80 Prozent aus China.

Das an der australischen Börse gelistete Unternehmen Vulcan Energy Resources will Europa aus dieser Abhängigkeit zumindest ein Stück weit befreien. Geschäftsführer Francis Wedin verknüpft damit natürlich nicht zuletzt die Erwartung, bei Erfolg den Aktienkurs der Explorationsfirma aus Perth befeuern zu können.

Europas größte Lagerstätte haben die Aussies am Oberrhein ausgemacht. 1,12 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat sollen sich dort befinden, gelöst in unterirdischem heißen Thermalwasser. Es herauszufiltern und in batterietaugliches Lithiumhydroxid umzuwandeln, sei „höchst profitabel“, sagt Wedin und beruft sich dabei auf eine vorläufige interne Machbarkeitsstudie. Die sagt einen Zinsgewinn des investierten Kapitals von mehr als 26 Prozent vor Steuern voraus.

Die hohe Rentabilität kommt zustande, weil die Australier die Wärme des Thermalwassers nutzen wollen, um sie über den Generator eines Geothermiekraftwerks an Ort und Stelle in preiswerten Strom für die Produktion umzuwandeln. Es soll 74 Megawatt leisten, und Vulcan Energy will zusätzlich von den deutschen Einspeisetarifen für den grünen Strom profitieren. Der macht, und das ist der umweltrelevante Clou, die Gewinnung des Lithiums zudem CO2-frei.

Das Unternehmen schätzt, dass die Nachfrage nach Lithiumhydroxid in Europa in den nächsten Jahren förmlich durch die Decke schießen wird (siehe Grafik) – von derzeit nicht einmal 50 000 Tonnen auf mehr als 350 000 Tonnen im Jahr 2029. Auch Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) prüfen derzeit in Bruchsal, ob dortiges Thermalwasser als Rohstoffquelle für Lithium in Frage kommt.

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Quelle: Vulcan Energy Resources