Luftfahrt
Kommt jetzt der klimaneutrale Kerosinersatz?

Flugscham war gestern – wenn die Verheißung britischer Forscher sich erfüllt. Sie glauben, eine Formel gefunden zu haben, den Kraftstoff für Jets und Frachtmaschinen aus dem CO2 in der Luft herstellen zu können. Noch steht der Traum von der grünen Fliegerei aber am Anfang.

Zwei Düsenjets fliegen hoch im Himmel aneinander vorbei
Runter von der Sünderbank Ein neuartiger Katalysator soll sauberes Flugbenzin ermöglichen
Foto: Emslichter on Pixabay

Ein Vergleich der durchschnittlichen Treibhausgas-Emissionen einzelner Verkehrsmittel offenbart die ungeschminkte Wahrheit: Weder Auto noch Eisenbahn oder Linienbus belasten das Klima mit ihren Abgasen auch nur annähernd so sehr wie Flugzeuge (siehe Grafik unten). Dass Deutschland seine Schadstoffbilanz im vergangenen Jahr verbessern konnte, verdankt die Nation vor allem auch dem Einbruch beim Luftverkehr infolge der Corona-Pandemie.

Doch ein Forscherteam um Peter Edwards von der Universität Oxford hat ein Verfahren erprobt, das den CO2-Fußabdruck der Fliegerei deutlich reduzieren könne, versichert der Chemiker. Das Geheimnis liegt in einem neu entwickelten Katalysator, der aus Kohlendioxid (CO2) und Wasserstoff Flugbenzin produziert, das schon in heutigen Flugzeugen das aus Erdöl gewonnene Kerosin ersetzen kann.

„Da dieses Kohlendioxid aus der Luft entnommen und bei der Verbrennung im Flug aus Düsentreibstoffen wieder freigesetzt wird, ist der Gesamteffekt ein klimaneutraler Kraftstoff“, schreiben die Wissenschaftler. Voraussetzung ist allerdings, dass der Wasserstoff mit Hilfe erneuerbarer Energien erzeugt wird.

Nach Ansicht der Forscher könnte es mit diesem Ansatz gelingen, eine Kreislaufwirtschaft für Flugzeug-Treibstoffe aufzubauen (siehe Schaubild unten). Mit besten Aussichten auf neue Jobs und neue Märkte.

Mehr: Nature RND

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