Futtermangel
Brücken sollen Rentiere vor dem Verhungern bewahren

Damit sie jetzt im Winter noch Stellen finden, wo sie an Gras kommen, bauen die Schweden den Paarhufern Brücken, über die sie gefahrlos breite Straßen überqueren können. Schuld daran, dass die Tiere immer schwieriger an Futter kommen, ist der Klimawandel.

Harte Zeiten Eisschichten versperren den Zugang zum Gras Foto: Wikimedia

Nicht nur Insekten bei uns und selbst viele Tierarten in der Wildnis Kanadas bekommen die Folgen steigender Durchschnittstemperaturen rund um den Erdball zu spüren. Auch die schätzungsweise 280 000 Rene im menschenleeren Norden Schwedens leiden darunter. Denn wegen der Erwärmung fällt im Winter viel häufiger als früher Regen statt lockerer Schnee. Das Wasser gefriert dann nachts zu einer dicken Eisschicht. Die Tiere können diese nicht aufbrechen und haben keine Chance, ans Gras zu gelangen.

Daher müssen die Rene auf der Suche nach zugänglichen Futterstellen immer weitere Wege zurücklegen. Damit sie bei der Querung breiter Verkehrsstraßen nicht unter die Räder geraten und schwere Unfälle passieren, legt das schwedische Straßenverkehrsamt nun für sie Brücken an. Allein zehn plant die Behörde an der vielbefahrenen Europastraße E4. Erfahrene samische Rentierhalter zeigten den Beamten die Stellen, an denen die Huftiere bevorzugt umherstreifen. Zwei Meter hohe, seitlich befestigte Gitter, schützen sie vor dem Sturz auf die Straße.

Mehr: RND