Solarzellen
Chilischoten erhöhen die Stromausbeute

Ein Bestandteil der Gewürzfrucht kann schon in geringer Menge sogenannten Perowskit-Solarzellen beigemischt deren Leistung um fast drei Prozentpunkte steigern – von 19,1 auf 22 Prozent. Weiterer Vorteil des Scharfmachers: Er erhöht die Langlebigkeit der Zellen.

Bündel roter Chilischoten
Magische Wirkung Eine Substanz in Chilis reduziert die Stromverluste in Solarzellen Foto: Hans on Pixabay

Capsaicin heißt die Substanz, der chinesische und schwedische Forscher so viele nützliche Eigenschaften abgerungen haben. Jetzt wollen sie diese nutzen, um den Hoffnungsträger für eine neue preiswerte Generation von Fotovoltaik-Anlagen, die Perowskit-Solarzellen, in eine höhere Leistungsdimension zu heben. Der Naturstoff, berichtet Teamleiter Qinye Bao, verringe sehr effektiv Ladungsverluste in der Zelle und schütze sie bis zu einem gewissen Grad gegen Leistungsverluste im Laufe ihrer Lebenszeit. Eine Zugabe von 0,1 Prozent reiche dafür aus.

Module aus dem in der Natur relativ häufig vorkommendem Magnesium-Silikat sind preiswerter herzustellen als die heute dominierenden Silizium-Solarzellen. Diese Zellen wandeln üblicherweise bis zu 23 Prozent des auftreffenden Sonnenlichts in elektrischen Strom um – der sogenannte Wirkungsgrad. Das günstige Perowskit-Pendant der Forscher um Bao reicht da fast heran – zumindest schon einmal im Labor.

Und Bao will die Perowskit-Zellen mit noch einem Vorzug ausstatten: Sie sollen möglichst kein giftiges Blei mehr enthalten. „Das wird In Zukunft ein klarer Trend sein“, betont er.

Bao und sein Team sind nicht die einzigen, die eine neue Solar-Ära einläuten wollen. Erst kürzlich stellten Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums in Berlin eine Tandem-Solarzelle aus Silizium und Perowskit vor, die einen rekordverdächtigen Wirkungsgrad von knapp 30 Prozent erreicht.

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