Verkehrswende
Lkw-Maut soll in Schienenausbau fließen

Wenige Monate vor der Bundestagswahl stellen acht Bahnverbände schon einmal eine klare Forderung an die künftige Regierung: Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens noch zu erreichen, müsse sie viel mehr Geld in die Bahn stecken – auch Mittel aus der Lkw-Maut.

Gleisanlagen der Bahn im Gegenlicht
Gleisanlagen der Bahn Weg vom Prinzip, das die Straße nur die Straße finanziert Foto: DB

„Die nächste Bundesregierung muss der klimaschonenden Schiene Vorfahrt vor anderen Verkehrsträgern geben“, verlangt Dirk Flege, Geschäftsführer des Interessenverbands Allianz pro Schiene. Drei Kernforderungen stellt das Pro-Bahn-Bündnis dafür auf.

Infrastrukturausbau: Um überall in der Fläche präsent und pünktlicher zu sein, müssten spätestens von Mitte der nächsten Legislaturperiode an jährlich drei statt wie bisher 1,7 Milliarden Euro in den Aus- und Neubau sowie die Modernisierung des Schienennetzes investiert werden.

Digitalisierung: Bis spätestens 2035 solle kein Zug mehr analog, sondern jeder computergesteuert an sein Ziel geführt werden. Allein die Umrüstung von europaweit 450 000 Güterwagen auf automatische Kuppelsysteme werde in dieser Dekade acht Milliarden Euro kosten. Zudem müsse es unkompliziert möglich sein, seinen Fahrschein elektronisch zu buchen – von Tür zu Tür.

Verkehrswende: Allianz-pro-Schiene-Geschäftsführer Flege macht sich zudem dafür stark, die Schiene beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur klar zu bevorzugen. Zwei Drittel der Mittel im Bundeshaushalt sollten der Bahn zugute kommen, finanziert, anders als bisher, auch aus Einnahmen der Lkw-Maut. „Wir müssen wegkommen vom Prinzip, dass die Straße nur die Straße finanziert“, sagt Flege.

Unabhängig von der Unterstützung aus der Politik geht die Deutsche Bahn (DB) mit neuen Projekten selbst in die Offensive, um Marktanteil zu gewinnen. So kündigte DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta vor kurzem an, in ganz Europa einen neuen Service für Unternehmen auszurollen: Sie will die gesamte Logistikkette übernehmen und Waren von Tor zu Tor transportieren, auch wo kein Gleisanschluss vorhanden ist. Schnell soll es auch gehen. Mit Expresszügen, die alle wichtigen deutschen Wirtschaftszentren verbinden.

Mehr: Allianz pro Schiene

Pressekonferenz der Bahnverbände Forderung nach einem Masterplan für den Schienenverkehr