Bergbau
Schwedische Firma will Euro- statt Blutbatterien

Das Unternehmen Eurobattery setzt auf europäische Rohstoffe aus zertifizierten Quellen für die Akkuproduktion. Der Aktienkurs ist verführerisch. Jetzt fehlt nur noch ein Projekt, das liefert.

Erztagebau Oftmals weder fair noch bio (Christof Zach/Pixelio)

Der Abbau von Rohstoffen für Batterien wie Kobalt oder Lithium findet häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen statt und vergiftet vielfach die Umwelt. Die wichtigen Lagerstätten befinden sich großenteils in Asien, Afrika oder Südamerika. Die Stockholmer Firma Eurobatterie Minerals (EBM) will das ändern. Ihr zufolge sind die wichtigen Rohstoffe wie Nickel, Kobalt, Kupfer oder die häufig erwähnten Seltenen Erden in Europa hinreichend vertreten. So hätten erste Bohrungen in Finnland, Spanien und Nordschweden die Erwartungen übertroffen, behauptet EMB-Chef Roberto Garcia Martinez. In drei Jahren wolle die EBM bereits zertifizierte Rohstoffe aus Europas Tiefen liefern.

Preislich würden die Produkte aus fairem und umweltfreundlichen europäischen Abbau zwar über dem Niveau von Rohstoffen liegen, dass durch Kinderarbeit oder unter Inkaufnahme von Umweltschäden gewonnen werde. Jedoch geht Martinez davon aus, dass der Markt bereit sei, für ein solches Produkt mehr zu zahlen.

Mit dem Anspruch, ethisch saubere Rohstoffe für die Batterieproduktion zu liefern, ist EBM nicht allein. Auch der – ebenfalls schwedische – Akku-Bauer Northvolt will „die grünste Batterie der Welt“ liefern. Northvolt will allerdings die Rohstoffe nicht bergmännisch gewinnen, sondern durch Recycling.

Für Zocker ist die EBM-Aktie verlockend. In den vergangenen dreißig Tagen hat sie um 84 Prozent auf 2,50 Euro zugelegt. Es handelt sich aber um einen Hoffnungswert. Bis jetzt hat die Bergbaufirma keine Tonne fairen Euro-Erzes gefördert.

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