Biohacking
Für jede Malaise ein teures Mittelchen

Gelassenheit, perfekter Schlaf, höchste Konzentration – derlei Superlativen verspricht Biohacking, bekannt durch die gleichnamige TV-Serie bei Netflix. Ein Berliner Startup will die Selbstoptimierungsmethode aus den USA auch hier zu Lande populär machen. Kritiker warnen.

Werbeplakate des Berliner Biohacking-Unternehmens Braineffekt (Foto: R/GA / Braineffect)

„Fokus“, in Form von Kapseln, soll die Konzentration erhöhen „ Sleep“, gern auch als Spray, den Schlaf verbessern, wer dann immer noch nicht eindöst, für den gibt es einen „Shake Night Mood“. Mit solchem „Performance Food & Mind Nutrition“, auf Deutsch: Nahrungsergänzungsmittel zur Steigerung der mentalen Leistungsfähigkeit, hofft das Berliner Startup Braineffect von dem erhöhten Stress durch die Corona-Pandemie zu pofitieren und plakatiert dazu seit Mitte Januar großflächig in München, Hamburg und der deutschen Hauptstadt.

Der Trend kommt aus der amerikanischen IT-Hochburg Silicon Valley und zielt auf die Selbstoptimierung des Menschen durch diverse Mittel teilweise in winzigen Dosen. Kritiker bemängeln den Ansatz, damit nicht heilen, sondern nur die Leistungsfähigkeit steigern zu wollen.

Wer trotzdem darauf vertraut, muss tief in die Tasche greifen. Für das Dreierpaket „Fuck Stress Bundle“ von Braineffect, angeblich „verflucht gute Mittel gegen Stress“ sowie „für Happiness, Entspannung & besseren Schlaf“ muss der Kunde 87,90 Euro berappen. Für „Mood“, die „Work-Life-Balance in der Kapsel“, verlangen die Berliner Stimmungsaufheller 39,90 Euro.

Forscher indes weisen darauf hin, dass vor allem falsche Ernährung durch zu viel Fett, Zucker und Eiweiß das Wohlbefinden stört – und nebenbei noch die Umwelt zerstört.

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