Windräder
Laue Brise – Zu wenig neue Windanlagen im vergangenen Jahr

Die Windkraft gilt als das Arbeitstier unter den nachhaltigen Energiequellen. Doch der Ausbau stockt seit Jahren. 2017 wurde fast viermal mehr Leistung installiert als im vergangenen Jahr. Schuld sind die komplizierten Prozeduren für Ausschreibung und Genehmigung.

(Quelle: Tagesschau, Bundesnetzagentur/2020 Hochrechnung)

Immerhin stieg die Leistung der Windanlagen an Land im Vergleich zum Jahr 2019 fast um die Hälfte. Windräder an Land lieferten mit 20 Prozent den meisten Strom von allen Energiequellen. „Wir brauchen mehr Genehmigungen und eine gute Abstimmung mit den Bundesländern zur Bereitstellung von ausreichend Fläche“, fordert Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE), „wenn uns das gelingt, wird die Windkraft weiterhin Nummer eins im deutschen Kraftwerkspark sein.“

Beim Zuwachs gab es große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Die größten Steigerungen verzeichneten Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Im Süden dagegen hielten sich die Zuwachsraten in Grenzen. Im Saarland wurde kein einziges neues Windrad freigegeben, in Bayern nur drei, in Baden-Württemberg nur zwanzig. Dafür zeichnen sich die Süd-Länder seit langem durch höheres Wachstum bei den Solarstrom-Anlagen aus.

Schuld am lauen Ausbau sind die komplizierten Genehmigungsverfahren und die Verpflichtung zur bundesweiten Ausschreibung. Dazu kommen zunehmend Klagen vor allem im Bereich des Arten- und Naturschutzrechtes. So liegt beispielsweise in Niedersachsen der größte Teil der bereits genehmigten Projekte vor Gericht. Für 2021 gehen die Windenergie-Verbände von einen Ausbau von bis zu 2 500 Megawatt aus. BWE-Präsident Ahlers befürchtet allerdings, „dass das Superwahljahr 2021 zu einem kurzfristigen regulatorischen Stillstand führt.“

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