Shell
Ölkonzern Shell muss Bauern in Nigeria entschädigen

Umweltschützer sagen, sie weinten vor Glück. Das Unternehmen erklärt, es sei enttäuscht. In einem bahnbrechenden Urteil wurde der niederländisch-britische Energieriese Shell verurteilt, für Umweltverschmutzung durch seine Ölförderung zu bezahlen.

Zur Rechenschaft gezogen: Shell-Firmenzentrale in der niederländischen Hauptstadt Den Haag (Foto: P.L. van Till)

Schon die Anhörung im vergangene Jahr ließ das Urteil erahnen. Nun ist es amtlich: Ein Berufungsgericht in der holländischen Hauptstadt Den Haag verdonnerte den niederländisch-britischen Ölkonzern Royal Dutch Shell, Bauern in Nigeria den Schaden zu ersetzen, denen er ihnen durch seine Ölförderung Anfang der 2000er Jahre zugefügt hat. Damals gingen Bilder um die Welt, in denen auslaufendes Öl aus Pipelines von Shell Felder des westafrikanischen Landes in unbebaubare Kloaken verwandelte.

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Dass Shell dafür verantwortlich war, steht für die Richter nun endgültig fest: Der Konzern mit Sitz in den Haag habe eine „Sorfaltspflicht“ und müsse deshalb Sensoren anbringen, um Lecks rechtzeitig zu entdecken und schließen zu können. Die Anwälte von Shell hatten behauptet, Saboteure hätten die Leitungen leck geschlagen. Wie viel der Engergiemulti den geschundenen Bauern zahlen muss, steht noch nicht fest.

Das Urteil ist bahnbrechend, weil Shell versucht hatte zu verhindern, dass gegen den Konzern am Firmensitz in den Haag verhandelt wurde, da der Schaden in Nigeria entstanden sei. Dies sah das Gericht anders und eröffnet damit Betroffenen in ärmeren Ländern mit zweifelhafter Justiz neue Chancen, zu ihrem Recht zu kommen.

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