Wien
Wien wird zum Platz an der Sonne

Bisher ging Österreichs Kapitale als Rotes Wien in die jüngere Geschichte ein. Nun soll die Donau-Metropole bis 2030 auch noch grün werden. Dafür sollen Solaranlagen sorgen, die so viel Strom liefern wie ein dickes Kohlkraftwerk – ein Vorbild für Europas Städte.

Von der Sissi zur sauberen Luft: Wien auf dem Weg zur grünen Metropole (Foto: Gerhard Bögner / pixabay)

Österreichs Hauptstadt ist für vielerlei berühmt: für den Schmachtstreifen um den einstigen Kaiser Franz Joseph alias Karlheinz Böhm und dessen allerliebste Gattin Sissi verkörpert von Romy Schneider, für seine preiswerten städtischen Wohnungen seit dem sozialdemokratisch regierten sogenannten roten Wien in den 1920er Jahren oder für seine Caféhäuser und Süßspeisen. Jetzt will die 1,9-Millionen-Einwohner-Stadt unter dem sozialdemokratischen Bürgermeister Michael Ludwig auch noch eine „Sonnenenergie-Musterstadt“ werden und dadurch klimaneutral bis 2040.

Die Photovoltaik-Anlagen in der Stadt, die Sonnenstrahlen direkt in Strom umwandeln, sollen bis 2030 eine Leistung von 800 Megawatt erbringen. Das entspricht der Leistung eines dicken Kohlemeilers und ist 16-mal so viel wie im vergangenen Jahr. Dazu sollen wo immer möglich Solarzellen auf Dächern installiert werden, darunter gezielt auf städtischen Gebäuden.

In Schwung kommen soll der Ausbau der Solartechnik durch einfachere Genehmigunsverfahren und die Erhöhung der städtischen Förderung von eins auf drei Millionen Euro im Jahr. In Deutschland boomt zwar die Solarenergie und es gibt erste Ansätze wie in Wien, doch so weit so weit wie die Donau-Metropole geht noch keine Stadt.

Solarstrategie der österreichischen Hauptstadt (Quelle: Stadt Wien)

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