Offshore-Windstrom
Dänemark errichtet eine Energie-Insel

Es ist ein Mammutprojekt neuer Dimension. 80 Kilometer vor Jütland entsteht für umgerechnet 28 Milliarden Euro der weltweit erste Energie-Knotenpunkt mitten im Meer. Sein Zweck: Den Strom aus umliegenden Windparks sammeln und verteilen – auch nach Deutschland.

Computeranimation der geplanten Energie-Insel vor Jütland Strom für zehn Millionen Haushalte
Quelle: Danish Energy Agency

Auch wenn der Termin für den Baubeginn noch nicht feststeht – Dänemarks Klimaminister Dan Jørgensen ist sicher, dass sein kleines Land mit der künstlichen Nordsee-Energie-Insel zum Vorbild für die ganze Welt wird. „Sie verbindet ambitionierte Klimaziele mit Wachstum und grünen Jobs“, erklärt er begeistert.

Groß wie 18 Fußballfelder wird der Energiehub in der Endausbaustufe sein und Elektrizität für bis zu zehn Millionen Haushalte bereitstellen, nicht nur in Dänemark. Auch England, Deutschland und die Niederlande sollen den Plänen zufolge an die schwimmende Verteilstation angeschlossen werden.

Anfangs sollen rund 200 Rotoren ihren Strom dort einspeisen. Die Station wird für 12 000 Megawatt (MW) ausgelegt. Das entspricht in etwa der Leistung von 12 mittelgroßen Kernkraftwerken. Einen Teil der Elektrizität wollen die Betreiber – private Unternehmen und mehrheitlich der dänische Staat – für die Produktion von Wasserstoff nutzen. Das Molekül gilt als Hoffnungsträger für eine nichtfossile Energie- und Industriezukunft. Auch die Bundesregierung stellte jüngst ihren Plan zum Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur vor.

Die dänische Regierung verfolgt ehrgeizige Klimaziele. Bis Ende des Jahrzehnts soll der Ausstoß an Treibhausgasen gegenüber dem Jahr 1990 um 70 Prozent sinken. Spätestens 2050 soll das Land CO2-neutral sein. Im Dezember vergangenen Jahres versprach das Kabinett, keine neuen Gas- und Ölfelder mehr in den zu Dänemark gehörenden Seegebieten erschließen zu wollen. Wo noch gefördert wird, soll 2050 Schicht sein.

Mehr: BBC Danish Energy Agency