Elektroauto-Hype
Elektroauto: Schweizer kündigen BMW-Isetta-Klon an

Immer wieder verschob der Kickbord-Hersteller Micro den Start seines 2016 erstmals auf dem Genfer Autosalon vorgestellten elektrischen Kleinwagens. Jetzt hat das Familienunternehmen den Baubeginn des Microlino 2.0 auf September terminiert. Der Prototyp ist fertig.

Testfahrt mit dem Prototypen Neues Chassis und überarbeitete Karosserie Foto: Microlino

„Knutschkugel, Elektro-Zwerg“ – Kosenamen für den auffälligen Zweisitzer der Küsnachter, beheimatet am Zürichsee, haben Autoredakteure schon viele vergeben. Selbst fahren durfte ihn bis heute offenbar aber noch niemand. Doch nachdem die Schweizer jetzt einen detaillierten Zeitplan für den Serienstart veröffentlicht haben, werden sich die Tester wohl nicht mehr allzu lange gedulden müssen, bis sie selbst hinter dem Lenkrad Platz nehmen dürfen.

Wie bei der in den 1950iger Jahren von BMW gebauten Isetta schwingt die Tür nach vorne auf. Und auch das kugelige Äußere gleicht dem bayrischen Vorbild fast wie ein Ei dem anderen. Aber die Technik ist natürlich eine völlig andere. LED-Scheinwerfer, Digital-Display, Elektroantrieb gab es zu Isetta-Zeiten noch nicht. 200 Kilometer soll der rund 2,40 Meter lange Stadtflitzer herumkurven können, bis seine Batterie an eine Ladesäule muss.

Einstiegspreis von 12 000 Euro

Über die Motorleistung wie fast alle technischen Details hüllen sich die Entwickler bisher in Schweigen, doch die Autofachleute rechnen mit einem 15 Kw starken Motor, der es auf eine Spitzengeschwindigkeit von 90 Kilometern in der Stunde bringt. Immerhin besteht offenbar Klarheit darüber, wieviel der Spaß kosten wird: 12 000 Euro sind der voraussichtliche Einstiegspreis.

Das alte Branchengefüge zerbricht

Der Technologiewechsel zur Elektromobilität, neuerdings massiv gepuscht durch staatliche Prämien für die Anschaffung der E-Fahrzeuge, spült etliche Pioniere auf die Szene. Elon MusksTesla hat die Branche längst aufgemischt. Andere wir das US-Startup Rivian sitzen in den Startlöchern und freuen sich über eine enorme Marktkapitalisierung. Weniger üppig mit Finanzmittel ausgestattete Neulinge wie die Münchener Sono Motors versuchen mit Solarautos ihr Glück. The race is on.

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