Total
Umweltschützer werfen Total Greenwashing vor

Streiks und Demos gegen Total: Aktivisten kritisieren den französischen Ölkonzern, dass er auf umweltfreundlich mache, in Wirklichkeit aber weiter schädliche Geschäfte betreibe und das Wohl der Mitarbeiter missachte.

Total-Tankstelle im pfälzischen Bodenheim: Freunde der Erde machen mobil gegen Frankreichs Öl- und Gasgiganten (Foto: joho345)

Sie gehen wieder auf die Straße, Les amis de la terre, zu deutsch: die Feunde der Erde. Dieses Mal richtet sich der Protest der französischen Umweltaktivisten zusammen mit anderen Organisationen nicht gegen den Online-Händler Amazon, sondern gegen den Öl- und Gasgiganten ihres Landes, Total. Der Vorwurf lautet: Greenswashing, also ökologische Schönfärberei, und sozialer Schaden.

Umstrittene Raffinerie im Großraum Paris

Auslöser der Aktionen ist die im vergangenen Herbst angekündigte Schließung der Raffinerie in Grandpuits im Großraum Paris und die Errichtung einer angeblichen „Null-Öl“-Plattform, die keine fossilen Stoffe, sondern nur noch Bioöle verarbeitet. „Les amis de la terre“ werfen Total vor, auch dies diene nicht der Umwelt, da unter anderem Palmöl verarbeitet werde, das von Plantagen stamme, die durch Rodung von Tropenwald entstanden seien. Zwar versprach Total, auf betriebsbedingte Entlassungen zu verzichten, allerdings seien, so die Protestierer, trotzdem 700 Arbeitsplätze bedroht. Das Projekt sei „weder ökologisch, noch sozial“.

Fragezeichen hinter Bioplastik

Kritik der Umweltschützer entzündet sich auch am Vorhaben von Total, sogenanntes Bioplastik herzustellen, das nicht aus Erdöl sondern aus pflanzlichen Stoffen gewonnen wird. Total verschweige, dass die dafür erforderliche Milchsäure den großflächigen Anbau etwa von Zuckerrüben erfordere, was zu umweltschädlichen Monokulturen führe.

Neue Förderprojekte in Afrika

Für „Les amis de la Terre“ sind die Ankündigungen von Total, klimafreundlicher zu werden, allenfalls die halbe Wahrheit. Denn gleichzeitig plane der Konzern, allein in diesem Jahr zehn neu Öl- und Gasprojekte in Afrika zu starten.