Blumenhandel
Pariser Floristen sagen „Non“ zu Rosen am Valentinstag

In der Stadt der Liebe raten dieses Jahr Blumenhändler ihren Kunden vom Kauf eines Straußes roter Rosen ab – aus Liebe zur Umwelt. Männer und Frauen sollten den Partnern ihre Zuneigung lieber mit heimischen Blumengebinden bekunden. Das sei weitaus ökologischer.

frisch geschnittene Rote Rosen
Ökologisch höchst bedenklicher Liebesbeweis Über Tausende Kilometer herangeflogen
Foto: congerdesign on Pixabay

„Rote Rosen sind so etwas von 1950er Jahren“, findet Hortense Harang, Gründerin des Online-Flower-Shops „Fleurs d’ici“ – zu deutsch: Blumen von hier. Sie wüchsen nun einmal um diese Jahreszeit nicht in unseren Breiten und müssten aus Lateinamerika und Afrika über Tausende Kilometer herangeflogen werden. Das sei katastrophal fürs Klima.

Die 46-jährige Pariser Floristin Edith Besenfelder stimmt zu und unterstützt Harangs Aufruf, zu Schnittblumen aus dem eigenen Land zu greifen. „Es ist unlogisch, Blumen von der anderen Seite des Planeten herzuschaffen, wenn andere Sorten vor der Haustür gedeihen.“

Zweifel am Erfolg der Initiative

Andere Pariser Blumenverkäufer zweifeln am Erfolg der Initative. Etwa Celine Argente, Betreiberin des Sylvine Blumengeschäfts. „Rote Rosen bleiben der Klassiker für den Valentins Tag“, ist sie überzeugt, dass die Käufer ganz überwiegend an alten Gewohnheiten festhalten – öko hin, öko her.

Tatsächlich untermauern jüngste Studien aus Deutschland, dass ein Bekenntnis zu einer nachhaltigen Lebensweise schnell abgelegt ist. Die Bereitschaft, zum Beispiel bevorzugt zu regionalen Produkte zu greifen, wächst auch. Doch schon beim Umstieg von eigenen Auto auf Bus und Bahn erlahmt bei vielen die Begeisterung.

In jeder Schnittblume aus Ostafrka stecken 7 bis 13 Liter Wasser

Aber zurück zu den Rosen. Muss man bei ihrem Kauf ein schlechtes Gewissen haben? Nicht unbedingt. Untersuchungen zeigen, dass die Ökobilanz von Rosen aus Gewächshäusern in den Niederlanden schlechter ausfallen kann als von ihn Kenia gezogenen. Allerdings: In jeder Schnittblume aus Ostafrika stecken 7 bis 13 Liter Wasser. Ganz schlecht für einen Kontinent, wo das kostbare Nass ziemlich knapp ist.

Und wenn der Discounter zehn Röschen aus Kenia für 1,99 Euro verkauft, ist klar, dass für die dortigen Züchter und Arbeiter nicht viel abgefallen ist. Wer sie nicht um ihren gerechten Lohn berauben will, kann zu fair gehandelter Ware greifen. Der Einkaufs-Finder von Fairtrade Deutschland hilft dabei.

Mehr: Reuters