China
Geld spielt keine Rolex – Kobalt und Nickel für Chinas Akkus

Das Reich der Mitte kontrolliert zunehmend die Batterieproduktion der Welt – sei es durch den Ausbau der eigenen Industrie oder durch den Zugriff auf wichtige Rohstoffe für die Produktion. Können die freien Länder des Westens mithalten?

Erztagebau China sichert sich Rohstoffquellen (Jacquies/Pixabay)

Wer über Batterien verfügt, bestimmt die Musik auf dem wachsenden E-Auto-Markt. Das ist die erklärte Meinung von Tesla-Gründer Elon Musk. Doch um mitzuhalten, braucht es nicht nur Akku-Fabriken, es bedarf auch der Kontrolle über die Zulieferungen, einschließlich des hinreichenden Zugangs zu den Rohstoffquellen. Die Knappheit an Grundstoffen, so heißt es in einer der jüngsten Veröffentlichungen des führenden Marktforschers für Chemie und Bergbau, Wood Mackenzie, sei der Flaschenhals für die Batterieproduktion.

Die Dominanz über die Lieferketten verschiebe sich dabei zunehmend zugunsten Chinas. Die Volksrepublik und ihre Unternehmen stünden bereits für 75 Prozent der weltweiten Produktion von Antriebsbatterien auf Lithium-Ionen-Basis. Der Anteil nehme zumindest kurzfristig zu, weil chinesische Unternehmen neue Gigafactories bauen wie nicht nur die Beispiele SVOLT im Saarland oder CATL in Thüringen zeigten.

Rendite weniger wichtig

Entscheidend sei aber der Zugang zu den Rohstoffen. Laut Wood Mackenzie verfügt China über mehr als 90 Prozent der Weiterverarbeitungskapazität für Lithium. Für Kobalt beträgt der Anteil etwa zwei und für Nickel rund ein Drittel. Darüber hinaus habe sich China im vergangenen Jahrzehnt Anteile an Gruben überall in der Welt gesichert. Die Staatswirtschaft habe den Einstieg begünstigt, da, anders als bei marktwirtschaftlichen Montan-Investitionen, weder magere Renditen noch große Risiken den Einstieg in ein Bergbau-Unternehmen verhinderten. Allein der mögliche Zugriff zu den Ressourcen bestimme die Entscheidung über Investitionen – sei es in Kobalt-Minen in der Demokratischen Republik Kongo, in chilenische Lithium-Anlagen oder in indonesische Nickel-Bergwerke.

Nicht zuletzt erleichtere die weitgehende Abwesenheit von Kontrollen hinsichtlich ökologischer, sozialer und menschenrechtlichen Fragen das chinesische Vorgehen. Nur das Fortschreiten der Technologie könne die Abhängigkeit des Westens vermindern, heißt es in dem Wood-Mackenzie-Bericht. So arbeite GM und LG Energy Solutions an Batterien, bei denen der Kobaltanteil um 70 Prozent verringert werde. Auch Tesla und Panasonic seien dabei, Akkus ohne Kobalt, aber großer Energiedichte zu entwickeln.

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