Hochseeschiffahrt
Mit Bio-Alkohol bis hintern Horizont

Weltmarktführer A.P. Moeller-Maersk tut einen ersten Schritt, um die Hochseeschiffahrt von ihrem Schmuddel-Image zu befreien. Die Reederei aus Dänemark stellt einen Container-Kahn in Dienst, der mit grünem Methanol fährt.

Mit Schwefelschwaden über die Weltmeere: Auftraggeber setzen Reeder unter Druck, Containerfrachter umwelt- und klimafreundlicher zu betreiben (Foto: Thomas G. / pixabay)

Logistiker wie die Deutsche Post wollen ihre Waren zunehmend klimaneutral über den Globus befördern. Das geht aber nur, wenn alle Transporteure mitspielen, allen voran die Reeder, die über 90 Prozent des interkontinentalen Handels abwickeln. Aus diesem Grund will A.P. Moeller-Maersk, die größte Container-Reederei der Welt, 2023 einen Frachtkahn auf Jungfernfahrt shicken, der mit grün erzeugtem Methanol anstelle von unweltschädlichem Schweröl fährt.

ANZEIGE
Klein anfangen…

Allerdings wollen die Dänen die neue Technik erst einmal bei einem kleinen Schiff testen, das Teile der Ladung von den Interkontinentalriesen weiterbefördert. Der Neuling soll bis zu 2000 Standardcontainer transportieren, ein Zwölftel dessen, was aktuell das größte Hochseecontainerschiff schafft. Und Lastkähne, die Moeller-Maersk künftig bauen lässt, sollen in der Lage sein, mit grünem Mehtanol wie mit schwefelarmem Öl zu fahren.

… groß denken

Ob der Container-König nicht ganz vom Schweröl Abschied nehmen muss, hängt vom Druck seiner Kunden ab. Immerhin plant die Hälfte der 200 Auftraggeber, klimaneutral zu werden, und verlangt nach Lösungen. Was möglich ist, räumt inzwischen auch Moeller-Maersk-Chef Soeren Skou ein: „Unser Ziel, bis 2050 eine kohlenstoffneutrale Flotte zu haben, war ein ‚Moonshot‘, als wir es 2018 verkündeten. Heute sehen wir es als ein herausforderndes, aber erreichbares Ziel an.“

Mehr: cleanthinking, infosperber