Schlafwagen
Holterdiepolter durch die Nacht

Erst sprang die Österreichische Bundesbahn für die Deutsche Bahn ein und schickte wieder Schlafwagen durch ihr Nachbarland. Nun sollen neue Züge die Expansion beflügeln und dem Flugverkehr Konkurrenz machen.

Hallo Dienstmann: Neue Schlafwagen der Österreichischen Bundesbahn (Foto: ÖBB/Siemens)

Schick schaun’s aus, die neuen Schlafwagen von Siemens. Für 13 Züge hatte die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) die hochmodernen Waggons bei dem Münchner Konzern bereits geordert, jetzt kommen Karossen für 20 weitere Züge in diesem Jahr hinzu. Die „Nightjets“, wie die ÖBB ihre Züge für Schlafwandler nennt, sollen das Angebot erweitern, über Nacht Großstädte etwa in Italien und Deutschland auf der Schiene anzusteuern, statt das Fluggzeug benutzen zu müssen.

Kampfansage gegen die Airlines

„Im Kampf gegen die Klimakrise braucht Europa mehr klimafreundliche Mobilität“, so Österreichs Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. „Ein starkes Nachtzugnetz ist ein wichtiger Teil davon. Darum investieren wir in den kommenden Jahren rund 500 Millionen Euro in die Zukunft der Nachtzüge.“ Der Nightjet sei „die beste Option für Reisen zwischen europäischen Metropolen, Österreich ist und bleibt hier der Vorreiter in der EU.“

Komfort statt Klapperkisten

Die rollenden Ruhekissen haben nichts mehr gemein mit den Rumpelliegen der Deutschen Bahn, die Investitionen in neues Material scheute, Abschied nahm vom Nachtexpress und nun auf schnelle Gütertransporte durch die Dunkelheit setzt. Die siebenteiligen Nightjets der ÖBB bestehen aus zwei Sitzwagen, drei Liegewagen und zwei Schlafwagen und atmen des Geist des 21. Jahrhunderts. Es gibt Minisuiten für Alleinreisende und kostenfreies WLAN. Wer Frühstück wünscht, zu dem kommt, selbstverständlich, der Dienstmann.

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