Nachhaltigkeits-Ranking
Welche Banken tatsächlich etwas für die Umwelt tun

Die Auswertung der Nachhaltigkeitsberichte von 117 deutschen Geldhäusern offenbart teils erschreckende Defizite in Sachen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Durchweg schneiden staatliche Institute besser ab als private, Privatbanken besser als die Sparkassen.

Karikatur: Topf, in dem ein Pflänzchen mit grünen Geldscheinen gedeiht, wird gegossen
Geld wäre ein starker Hebel für Umweltschutz, doch die Banken nutzen ihn kaum
Karikatur: mohamed_hassan on Pixabay

Carsten Zielke, Geschäftsführer der Aachener Zielke Research Consult, zeigt sich bei der Vorstellung der Nachaltkeitsuntersuchung ernüchtert. Obwohl Kunden darauf zunehmend Wert legten und die Finanzindustrie den größten Hebel in der Hand halte, die Industrie zu umwelt- und klimagerechten Investitionen anzuhalten, sei Nachhaltigkeit bei kaum einer Bank fest verankerter Bestandteil ihrer Strategie. Sie müssten aber „besonders verantwortungsvoll agieren“, um die europäischen Ziele des Green Deal nicht zu gefährden. „Das Ganze ist derzeit eher Pflicht als Kür.“

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Punkte für Messung des CO2-Ausstoßes

Basis der Analyse sind die Corporate-Social-Responsibility-Berichte, die die Kreditinstitute seit 2017 jährlich veröffentlichen müssen. Aufs Siegertreppchen schafften es ausschließlich Staatsbanken, Ganz oben steht die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Sie legt offen, welcher CO2-Ausstoß mit ihren Geschäften verbunden ist, zeigt sich als vorbildliche Arbeitgeberin für Frauen und fördert die Inklusion.

Der zweite Platz ging an die Landesbank Baden-Württemberg, die zum Beispiel in guter Unternehmensführung die volle Punktzahl erhielt. Die Deutsche Kreditbank DKB, Tochtergesellschaft der Bayerischen Landesbank, holt Platz drei durch eine überdurchschnittliche Frauenquote, 100 Prozent Ökostrom und eine Kreditvergabe nach Nachhaltigkeitsaspekten.

Rote Laterne für die Stadtsparkasse München

Die Sparkassen schneiden überwiegend schwach ab. Ganz hinten landen die Kreissparkasse Göppingen, die Sparkasse Südholstein und die Stadtsparkasse München. Noch düsterer sieht es laut Zielke bei den meisten Volks- und Raiffeisenbanken aus. Rühmliche Ausnahmen sind die GLS Gemeinschaftsbank, die Sparda-Bank München und die Frankfurter Volksbank. Zielkes Fazit: „Die Banken stehen noch am Anfang des nachhaltigen Wirtschaftens.“

Sparer müssen aber nicht warten, bis die Kreditinstitute wach werden. Es gibt jetzt schon Werkzeuge und Plattformen, die ihnen helfen, keine Papiere von Unternehmen zu kaufen, die Klimagase produzieren, die Umwelt versauen und Kriegswaffen vertreiben.

Mehr: FAZ