Fleischkonsum
Große Ketten wollen mehr qualfreies Fleisch verkaufen

Selbst der Präsident des Tierschutzbundes, Thomas Schröder sprach von einem starken und mutigen Bekenntnis zu mehr Tierwohl. Was war passiert? Die großen Handelsketten und der Tierschutzbund haben ein Abkommen geschlossen, nach denen der Anteil von Geflügel aus besserer Tierhaltung in den Regalen erst verdoppelt und dann auf mindestens 20 Prozent angehoben werden soll.

Hühner im Freilauf Artgerechtes Leben und Sterben bleiben Ausnahme (Martin Schemm/Pixelio)

Der Stufenplan sieht vor, dass die Anteile der tiergerechteren Haltungsstufen 3 und 4 in kommenden zwei Jahren verdoppelt werden. Bis Ende 2026 wollen die Handelskonzerne Lidl, Aldi Nord und Süd, Rewe und Edeka den entsprechenden Umsatz auf mindestens 20 Prozent anheben. Die vierstufige freiwillige Haltungsform-Kennzeichung finden die Verbraucher auf den Verpackungen der Einzelhandelsriesen. Das Label der Initiative Tierwohl war vor zwei Jahren eingeführt worden.

Thomas Schröder vom Tierschutzbund betonte in seinem Statement: „Jetzt braucht es aber auch das Bekenntnis der Verbraucher*Innen, die Fleisch essen, an der Ladenkasse!“ Allerdings hatten in der Vergangenheit Verbraucherschützer darauf hingewiesen, dass es für Konsumenten schwierig sei, überhaupt artgerecht erzeugtes Fleisch zu finden. Mehr als die Hälfte des Fleischangebots stammt aus der wenig tiergerechten Haltungsform 1. Ein Drittel des Angebots entspricht der Haltungsform 2. Dies hatten Prüfer der Verbraucherzentralen bei einem bundesweiten Marktcheck Ende vergangenen Jahres festgestellt,

Dabei entspricht die Haltungsform 1 „Stallhaltung“ nur den gesetzlichen Mindestvorschriften. Bei der Haltungsform 2 „StallhaltungPlus“ haben die Tiere etwas mehr Platz im Stall – zum Beispiel Schweine zehn Prozent. Haltungsform 3 „Außenklima“ bietet Schweinen 40 Prozent mehr Platz im Stall und Kontakt mit dem Außenklima. Und Haltungsform 4 „Premium“ gewährt den Tieren Auslauf im Freien.

Verbraucher für höhere Standards

Umfragen und Aktionen bestätigen, dass Verbraucher durchaus bereit sind, mehr Geld für faire Lebensmittel auszugeben. Das zeigte das Milchpreis-Experiment der Initiative „Du bist hier der Chef“. Darüber hinaus wünschen sich drei Viertel der Wähler bessere Standards in der Tierhaltung. Vor einer Woche hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner Optionen zu Abgaben oder Steuern für mehr Tierwohl vorgestellt.

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